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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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sind die Carbonschichten zum Theile (vornehmlich im Mittel der Hauptmnlde) von Perm 
überlagert; südwestlich reichen die Permschichten bis zu dem dortigen Muldenrande. Die 
Längsaxe der Pilsener Mulde zieht sich von Südsüdwest (zwischen Chotieschau und 
Tuschkau, wo sie an das Urgebirge stößt) nach Nordnordost (bei Kaznau) und hat 
eine Länge von nahe 30 Kilometer, während die Muldenbreite durchschnittlich etwa 
13 Kilometer beträgt, was einem Flächenraume von nahe 400 Quadrat-Kilometer (etwa 
7 Quadratmeilen) entspricht. 
Allerdings ist nicht in allen Theilen dieser großartigen Mnldenansdehnung auch 
Kohle vorhanden. Die kohleführenden Partien sind vielmehr in der Mulde Inseln ähnlich 
(als Einzelmulden) mannigfach zerstreut und in dieser Weise auch mit Grubenmaßen 
bedeckt. Die einzelnen Grubenfelder enthalten auch nicht die gleichen Schichten und 
Kohlenflötze. Im Allgemeinen kann man in der Pilsener Mulde drei Etagen von Schichten 
unterscheiden, wovon die untere entschieden dem Carbon, die obere entschieden dem Perm 
angehört, während die mittlere als eine Übergangs-Etage zwischen beiden betrachtet 
wird. Diesen drei Etagen entsprechen im Allgemeinen auch drei Hauptstütze, deren einzelne 
Mächtigkeiten in der Regel zwischen einem und zwei Meter variiren; stellenweise treten 
jedoch auch noch Nebenflüße auf, namentlich (anstatt eines einzigen) zwei Unterstütze (ächt 
Carbon), welche sodann als den beiden Radnitzer Flötzen entsprechend angenommen werden. 
Das ganze Flötzsystem ist jedoch kaum an irgend einer Stelle der Mulde vorhanden; in 
der Regel werden zwei oder drei Flötze (nach Umständen auch nur eines) abgebaut. 
Als eine Specialität tritt in der Pilsener Kohlenmulde, jedoch nur in einzelnen 
Grubenbauen eine eigenthümliche matte (dem Aussehen nach schieferähnliche) sogenannte 
„Blattelkohle" auf, welche mit der englischen Cannelkohle die größte Ähnlichkeit hat 
und demnach auch „Pilsener Cannelkohle" genannt wird. Sie gehört dem Pilsener 
Mittelkohlenflötz an und tritt vorzugsweise am Humboldt-Schacht (des Westböhmischen 
Bergbau-Actienvereines) bei Nürschan, theilweise auch bei Blattnitz und anderen Orten 
auf. Als die allervorzüglichste Gaskohle ungemein geschätzt, wird sie weithin in das 
Ausland versendet und gibt in der Prager Gasanstalt aus 1 Metercentner 33 Kubik 
meter Gas mit der ganz außerordentlichen Lichtintensität eines normalen Brenners von 
33 Normalkerzen! Auch die übrigen Flötze geben vorzügliche Schwarzkohle, die speciell 
bei Lititz (Maria-Schacht der Miröschauer Gewerkschaft) backend ist und mit Vortheil 
vercoakst wird. 
Vermöge des Auftretens der Kohle in einzelnen Separatmulden und vermöge der 
bisherigen Erstreckung der Grubenfelder zumeist an den Muldenrändern haben alle 
Schächte des Pilsener Beckens eine mäßige Tiefe, in der Regel nicht über 300 Meter; 
nur die große neue Sulkov-Anlage des Westböhmischen Bergbau-Actienvereines zwischen
	        
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