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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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Schlik in Plan; die letzten wenigen Schlikmiinzen reichen bis in die Regierungszeit der 
Kaiserin Maria Theresia. Die Schlilthaler wurden ursprünglich zu 23 Prager Groschen 
in Groschen oder zu 24 Groschen in Weißpsennigen oder aber zu 26 Groschen 5 Pfennig 
in Kleinpfennigen gerechnet, welche verschiedene Valvirung darin ihre Erklärung findet, 
daß man die Thaler als fremde, also nicht böhmische Münze behandelte und nur die 
Prager Groschen, Weiß- und Kleinpfennige für Landesmünze ansah. 
Die oben erwähnte Münzordnung vom Jahre 1561, welche, wie gesagt, die 
Groschenwährung abschaffte, war in Böhmen von kurzer Dauer. Schon Kaiser 
Maximilian II. (1564 bis 1577) sah sich genöthigt, den Beschlüssen des im Jahre 1573 
abgehaltenen Landtages nachzugeben, die Prägung der Reichsgulden ä 60 Kreuzer mit 
allen Unterabtheilungen (zu Dreißig-, Zehn-, Zwei- und Ein-Kreuzerstücken) aufzulassen 
und die Thaler, Einhalb- und Einviertel-Thaler, weiße Groschen zu 7 weißen oder 
14 kleinen Pfennigen wieder einzuführen. Die „Weißgroschen", viel kleiner als die alten 
Prager Groschen, kommen hier zum ersten Mal vor; 30 Weißgroschen --- 1 Thaler 
^ 1 Schock meißnisch -- 70 Kreuzer. Kaiser Rudolf II. (1577 bis 1612) setzte die 
Thalerprägung fort und führte neben den Weißgroschen noch den Mal«^ Zross" 
(Kleingroschen) zu 7 Kleinpfennigen ein. Diese kleine, mit böhmischer Aufschrift 
versehene Münze war nur eine Folge der damals sehr beliebten Rechnung nach 
Meißner Groschen; 2 Kleingroschen --- 1 Weißgroschen, also 60 --- 1 Meißner Schockü 
Dieselben Münzen wurden auch unter Matthias II. (1612 bis 1619) geprägt. 
Nach seinem Tode übernahm das ständische Directorium die Verwaltung aller 
Angelegenheiten des Königreiches, also auch das Münzregale, und errichtete eine ganz 
neue Münzordnung (28. April 1619). Nach dieser wurde verordnet, daß statt der 
Weiß- und Kleingroschen Vierundzwanzig-, Zwölf-, Drei- und Ein-Kreuzerstücke aus 
gemünzt werden sollen als Hauptmünze und nur nebenbei auch Weiß- und Kleinpfennige 
zum Ausgleich der älteren Währung. Thaler wurden nicht geprägt und der alte Thaler 
zu 45 Weißgroschen auf 150 Kreuzer valvirt, so daß 3 Weißgroschen --- 10 Kreuzer. 
Diese Münzordnung hatte volle Geltung auch unter dem König Friedrich von der 
Pfalz, der auch Thalerstücke zu 96 Kreuzer prägen ließ. Die ständischen Münzen tragen 
die Jahreszahl 1619 und 1620, die des Königs Friedrich 1620 und 1621, obgleich 
derselbe im letztgenannten Jahre nicht mehr in Böhmen war und die Münzen also kein 
böhmisches Fabrikat sind. 
Als König Ferdinand II. in Böhmen wieder zur Regierung kam, waren die 
Reichsfinanzen so herabgekommen, daß er auch hier das Münzregale an ein Consortium 
> Aus die Weiß- und Kleingroschen ist eine in Böhmen noch zu Anfang dieses Jahrhunderts übliche, wohl nur imagi 
näre Rechnung der böhmischen Schock zu 140, also der Meißner Schock zu 7» Kreuzer zurückzusühren.
	        
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