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verpachtete, dem Karl von Liechtenstein, Albrecht von Waldstein, Paul Michna von
Vacinov, Johann de Bitte, Jacob Bassevi, Johann Mal, von Eggenberg u. A. Vor
ständen. In der kurzen Zeit vom Jahre 1621 bis 1623 hatte dieses gewissenlose Con-
sortium durch die Ausgabe der berüchtigten „laugen Münz'" die Staatscassa so ruinirt,
daß im Jahre 1623 „die große Münzcalada", also der Staatsbankervtt publicirt wurde.
Nach dieser unheilvollen Zeit erholte sich das Münzwesen in Böhmen nur sehr langsam.
Die hierauf geprägten Münzen des Königs Ferdinand II. bestehen in Thalern (zu
120 Kreuzern) und ihren Theilen bis auf die Drei-, Ein- und Einhalb-Kreuzerstücke
herunter, wobei es auch unter dem König Ferdinand Hl. geblieben ist. Hier sei noch
erwähnt, daß der Gras Albrecht von Waldstein, Herzog zu Friedland, und die
Fürsten von Eggenberg. Herzoge von Krumau, von Ferdinand II. für münzberechtigt
erklärt wurden und letztere noch unter Kaiser Leopold I. gemünzt haben. Die Stadt Eger
münzte Heller von circa 1250 bis 1743.
Von Ferdinand IV., der den 5. August 1646 zum böhmischen König gekrönt
wurde, aber noch zu Lebenszeiten seines Vaters (1654) starb, haben wir keine Cursiv-,
sondern nur Krönungsmünzen. Kaiser Leopold I. vermehrte die böhmischen Silbermünzen
um drei Gattungen, indem er die Fünfzehn- und Sechskreuzerstücke, sowie die „böhmische
Landmünze", letztere Gattung im Werthe von V- bis 1 Kreuzer (1695) einführte. Wie
seine Vorfahren münzte er auch einfache und mehrfache Dukaten und bereicherte die
Goldmünze durch Einviertel-Dukatenstücke, welche auch bei seinen Nachfolgern Vorkommen.
Dieselben Münzgattungen erhielten sich unter der Regierung Josephs 1. und Karls VI.,
welcher die Dukaten aus dem Eulauer Golde prägte und zu den vorigen Silbermünzen
noch den Einviertel-Kreuzer einführte. Die Kaiserin Maria Theresia vermehrte die
bestehenden Münzsorten um etliche neue, so daß unter ihrer Regierung in Böhmen außer
den Dukaten Thaler, Gulden, Dreißig-, Zwanzig-, Siebzehn-, Fünfzehn-, Zehn-, Sechs-,
Drei- und Ein-Kreuzerstücke von Silber und außerdem Kreuzer, Einhalb-Kreuzer,
Gröscheln und Pfennige von Kupfer geprägt wurden. Mit dieser Regentin nimmt die
Reihe der böhmischen Münzen nach einer mehr als achthundertjährigen Dauer ihr
Ende. Denn nachdem die Münzstätte in Böhmisch-Bndweis schon vor dem Jahre 1618,
in Joachimsthal 1670, in Kuttenberg 1726 geschlossen worden war, kam zuletzt die
Reihe auch an Prag. Außer dem Kleinknpfer von Maria Theresia sind keine jüngeren
böhmischen, das heißt als böhmisch erkennbaren Münzen ans dieser Münzstätte bekannt,
obgleich dieselbe erst 1784 geschlossen wurde. In der Regierungszeit des Kaisers Franz
hat man sie wohl im Jahre 1795 wieder in Gang gebracht; erst im Jahre 1857 wurde
sie wieder geschlossen; der unter Maria Theresia gebräuchliche Münzbuchstabe? (--- Prag)
mußte einem 1! weichen.