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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Sobald  die  Braut  das  Vvrhaus  betritt,  bringt  ihr  die  Schwiegermutter  einen  Laib
Brot  und  dazu  ein  hölzernes  Messer,  um  ihre  Freigebigkeit  zu  erproben.  Die  Braut  wirft
das  Messer  weg,  zieht  ihr  Taschenmesser  heraus,  schneidet  vom  Brote  den  Anschnitt  ab,
steckt  ein  Geldstück  hinein,  reicht  ihn  dem  ärmsten  Bettelweib  und  betheilt  dann  auch
die  anderen  anwesenden  Bettler.  Sodann  überreicht  die  Braut  ihrer  Schwiegermutter  den
mitgebrachten  großen  Kuchen  als  Bescheidessen  und  empfiehlt  sich  als  gehorsame  Tochter
ihrer  mütterlichen  Liebe.  Darauf  bieten  die  Frauen  den  anwesenden  Männern  die  Betten
der  Braut  feil.  Natürlich  ersteht  sie  zuletzt  der  Bräutigam  um  den  höchsten  Preis.  Damit
nehmen  die  eigentlichen  Hochzeitsfeierlichkeiten  ihr  Ende.  Bei  größeren  Hochzeiten  versammeln ­
  sich  noch  am  Donnerstag  die  Gäste  im  Brauthause,  „um  die  Reste  zu  verzehren",
und  am  Sonntag  findet  noch  eine  Nachfeier  im  Wirthshause  mit  Musik  und  Tanz  statt.
Tod  und  Begräbniß.  Um  dem  Sterbenden  den  Todeskampf  zu  erleichtern,  wird
er  aus  dem  Bett  gehoben  und  auf  Stroh  gelegt;  am  leichtesten  soll  der  Tod  auf  Haferstroh ­
  sein.  Wenn  der  Sterbende  mit  Jemand  in  Feindschaft  lebte,  wird  dieser  zu  ihm
gebracht,  damit  er  sich  mit  ihm  aussöhne;  denn  sonst  könnte  er  nicht  aus  dem  Leben  scheiden.
Der  Leichnam  wird  dann  gewaschen  und  gewöhnlich  mit  denjenigen  Kleidungsstücken
bekleidet,  welche  der  Verstorbene  bei  Lebenszeiten  am  liebsten  getragen  hatte.  Damit  seine
Grabesruhe  nicht  gestört  werde,  „darf  ihn  nichts  drücken  oder  fesseln".  Deswegen  darf  an
den  Kleidern  kein  Knopf  zugeknöpft,  keine  Schnur  verbunden  sein.
In  der  Walachei  und  in  der  Gegend  von  Ungarisch-Brod  gibt  man  dem  Todten  ein
Geldstück  in  die  Hand,  „damit  die  Wirthschaft  ihm  nicht  nachgehe".  Wenn  der  Hanswirth
stirbt,  zerhackt  man  das  Geldstück;  die  eine  Hälfte  gibt  man  dem  Verstorbenen,  die  andere
behält  die  Witwe.  Dem  ledigen  Kinde  gibt  der  Vater  ein  Geldstück  in  den  Sarg  „als  sein
Erbtheil"  mit.  Einem  todten  Kinde  bringen  die  Kinder  der  Verwandten  und  Bekannten
kleine  Heiligenbilder,  mit  denen  das  Kind  im  Sarge  ganz  bedeckt  ist.  Bei  der  Leiche  wird
durch  zwei  Tage  Nachtwache  gehalten,  wobei  Psalmen  gesungen  und  Gebete  für  das
Seelenheil  verrichtet  werden.
Den  Tod  des  Hauswirthes  meldet  der  Knecht  den  Pferden,  die  Magd  den  Kühen
mit  den  Worten:  „Ihr  Rößlein  (Kühe),  euer  Wirth  ist  gestorben;  nicht  mehr  wird  er  euer
warten."  Namentlich  wird  dies  niemals  bei  den  Bienen  unterlassen.  Gewöhnlich  begibt
sich  der  Nachfolger  in  der  Wirthschaft  in  den  Bienengarten,  klopft  dreimal  an  jeden  Bienenstock ­
  und  spricht:  „Liebe  Bienen,  ich  vermelde  euch,  daß  euer  Herr  verstorben  ist  und  euch
mir  anvertraut  hat."  Nach  altheidnischer  Vorstellung  entfliegt  die  Seele  in  der  Gestalt
einer  Taube  aus  dem  Leibe  des  Verstorbenen;  deswegen  werden,  sobald  die  Agonie  eintritt,
Thüren  und  Fenster  geöffnet,  um  der  entfliegenden  Seele  den  Weg  offen  zu  halten.  Die
Walachen  glauben,  daß  die  Seele  des  Verstorbenen  im  Leibe  verbleibe,  bis  der  Sarg  am
            
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