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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Sagen und Märchen. Sehr ungleich ist der Sagen- nnd Märchenschatz unter 
die einzelnen slavischen Stämme Mährens vertheilt, was seinen Grund wohl in der 
Ungleichheit ihrer Culturfortschritte hat. Vor Zeiten mag dies allerdings anders gewesen 
sein, heute aber sind die verhältnißmäßig wohlhabenderen und den Culturcentren des 
Landes näher lebenden Stämme, namentlich die Hannaken, im Vergleich zu der von der 
Natur in materieller Beziehung stiefmütterlich bedachten Bevölkerung des mährischen 
Ostens an Volksdichtung geradezu arm zu nennen. 
Der Hosteinberg bei Bystritz. 
Die bedeutendste dichterische Anlage unter den mährischen Volksstämmen besitzen 
— wenn man vom Volksliede absieht — unzweifelhaft die Walachen. Einen ganzen 
Sagenkreis haben sie um das ehrwürdige Haupt des mächtigen Nadhost, des höchsten 
Gipfels der Beskiden, gesponnen, dessen Name darauf hindeutet, daß er schon in der 
slavischen Urzeit als Cultusstätte heilig gehalten wurde. Der Sage nach ist der ganze 
Nadhost von einem unergrüudeten Labyrinth unterirdischer Gänge durchzogen, die 
einerseits im goldenen Prag, anderseits in der ruhmvollen Metropole Altmährens, 
Velehrad, ans Tageslicht münden sollen. In diesen Hallen des Nadhost schläft — analog
	        
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