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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Umgebung der mährischen Landeshauptstadt überblicken: gegen Süden eine fruchtbare 
Ebene mit wogenden Saatfeldern, Gürten, Wiesen, vielen und reichen Ortschaften und 
den im Hintergründe scheinbar ganz isolirt aufragenden Polauer Bergen, gegen Osten 
ein welliges, reich angebautes Hügelland, gegen Norden und Westen waldgekrönte Höhen 
und die herrlichen Thäler der Zwittawa, Ponawka und Schwarzawa, welche durch 
mäßig hohe, oben ziemlich flache Bergrücken mit einzelnen etwas höheren Kuppen von 
einander getrennt sind. Unter diesen ist eine, welche den Namen „Stromberg" führt 
und sich auf dem zwischen der Ponawka und Zwittawa hinziehenden Rücken erhebt, etwa 
eine Stunde nördlich von Brünn, besonders bemerkenswerth. Der Gipfel dieses Berges 
(404 Meter) bildete nämlich den nördlichen Endpunkt der Basis zu einer der ersten 
Gradmessungen in Österreich-Ungarn, welche der Geograph Liesganig im Auftrag der 
Kaiserin Maria Theresia 1765 ausgeführt hat und deren südlichen Endpunkt Warasdin 
in Kroatien bildete. Vom Stromberg aus gesehen liegt die Stadt Brünn ziemlich tief 
und selbst der Spielbcrg, welcher sich von Süden ganz stattlich präsentirt, erscheint nur 
als ein niedriger Hügel. Nordwestlich vom Stromberg und gerade drei Stunden nördlich 
von Brünn ragt der durch seine Form auffällige Svinoschitzer Berg empor, vom Volke 
Babhlom genannt, mit einem schroffen, weithin sichtbaren Felskamm, welcher aus 
gewaltigen Blocken und Platten eines röthlichen Quarzconglomerates anfgebaut ist. Der 
höchste Punkt desselben (563 Meter) ist zugleich die bedeutendste Erhebung der ganzen 
Umgebung von Brünn. 
Verfolgen wir die Zwittawa von Brünn aufwärts, so bewegen wir uns noch eine 
Stunde in einer sich allmälig gegen Norden immer mehr verengenden Ebene, indem die 
flachen Höhenzüge, in welche das böhmisch-mährische Plateau ausläuft, immer näher 
an den Fluß herantreten, bis derselbe oberhalb Obran ganz eingeengt und zu vielen 
Krümmungen gezwungen wird. Je weiter man in das enge Thal vordringt, desto reizender 
wird es. Bald treten steile, zerrissene Felsen, in deren Spalten und Rissen doch noch 
Gesträuche und Bäume Wurzel gefaßt haben, an den Fluß heran, bald sind die Thalwände 
ganz mit dichtem Wald bedeckt, bald ziehen sich an denselben, wenn sie weniger steil sind, 
Wiesen und Felder hinan. Entlang des Flusses führt eine Straße, der Fürstenweg genannt, 
alle Windungen desselben mitmachend, während die Eisenbahn dieselben mittelst kürzerer und 
längerer Tunnels vermeidet. Öfters treten die bewaldeten Höhen so nahe aneinander, daß 
neben dem eingeengten Flußbett kaum noch Raum für den Fahrweg bleibt, ja manchmal 
mußten für denselben sogar die Seitenfelsen desThales durchbrochen und gesprengt werden. 
Durch die Krümmungen des Flusses und die denselben cinschließenden Bergreihen werden 
viele Thalkessel gebildet, welche nur dort etwas größer sind, wo, wie bei Adamsthal, die 
Bergreihen mehr anseinandertreten.
	        
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