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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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blicken kann. Wird ein Stein hinnntergeworfen, so dauert cs 7 bis 8 Secundeu, bis der 
Schall seines Aufschlagens aus der Tiefe heraufdringt. Die übrigen Felsen, welche den 
Abgrund, dessen größte oberste Breite 170 Meter betrügt, einschließen und an vielen 
Stellen Höhlenbildungen zeigen, stürzen jedoch nicht überall so steil wie jene Wand ab, 
sondern senken sich im obersten Theile, durch mehrere Risse von einander getrennt, 
allmälig zur Tiefe und werden erst im letzten Drittel senkrecht oder sogar überhängend. 
In den Spalten und Klüften des Gesteines haben verkrüppelte Bäume und wirres 
Gesträuch Wurzel gefaßt, an einigen weniger steil abfallenden Stellen ist der Boden 
mit Tannen bewachsen, und wo diese keinen Halt mehr finden, zeigen sich Farrnkräuter 
und Moose, wodurch eine erfreuliche Abwechslung in das Grau der Felsen gebracht wird. 
Links von der erwähnten Aussichtswarte führt ein Fußweg auf die Nordseite 
dieses Erdsturzes zur sogenannten Brücke hinab, einer kleinen aus Holz erbauten Terrasse, 
von welcher man die erhabene Naturschönheit, welche selbst auf Humboldt einen tiefen 
Eindruck machte, besser überschauen und genießen kann. Rechts von uns steigt die Felswand 
schroff und steil zu schwindliger Höhe und unter uns gähnt der düstere Schlund mit 
seinen grausigen Höhlen empor, in welche noch kein Strahl der Sonne gedrungen ist. 
Von hier aus bemerken wir, daß der Grund des Schlundes durchaus nicht eben, sondern 
hüglig ist und von einem Bach durchströmt wird, welcher aus einem kleinen Teiche 
an der nordwestlichen Felswand kommt und mit starkem Gefälle in einen zweiten sich 
ergießt, welcher sich gerade unter der südöstlichen höchsten und steilsten Felswand befindet. 
Es ist erwiesen, daß dieses Wasser am Grunde der Maeocha mit den Gewässern des 
Ostrover Gebietes und der Slouper Höhlen zusammenhängt. 
Gegenüber der Maeocha und nur durch das Öde Thal davon getrennt, erheben 
sich aus steiler Höhe und rings von dichtem Wald umgeben die Ruinen der uralten Burg 
Blansko und südlich derselben bricht im engen Thale unter einer schroffen Felswand ein 
klarer, von Forellen belebter Bach hervor, die Punkva, welche kurz zuvor den Grund der 
Maeocha durchrauscht hat. Allein auch jetzt darf sie sich noch nicht für immer des warmen 
Sonnenlichtes freuen, sondern muß noch einmal unter einem Felsen verschwinden, um 
bald darauf in einem herrlichen Thale emporzukommen, das ihren Namen trägt und durch 
einen ganz besonders üppigen Pflanzenwuchs bemerkenswerth ist, zwischen und über 
welchem graue Kalkfelsen in mancherlei Formen zu erblicken sind. 
Über dem Punkva-Ausfluß hinaus gegen Norden nimmt das Thal das Gepräge 
öder Wildniß und Zerstörung an, daher auch der Name „Ödes Thal". Hierund da 
verengen dasselbe ungeheure senkrechte und furchtbar zerklüftete Felswände, in deren Höhlen 
Raubvögel ihre sichere Wohnung aufschlagen. Der Weg windet sich zwischen mächtigen Fels 
blöcken hin, welche vor Zeiten von den Wänden rechts und links heruntergerissen wurden,
	        
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