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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Aufschwung; es entwickelt sich eine glanzvolle, prächtige Architektur, und zwar unter den 
kunstliebenden, baulustigen Regenten Leopold I., Josef I-, besonders aber unter Kaiser 
Karl VI. Mähren hat damit neuerdings eine ganz besondere Glanzperiode zu verzeichnen. 
Ein fast hundertjähriger Friede ruft ein durch nichts beeinträchtigtes Wohlbehagen hervor, 
der Wohlstand wird allgemein, Schätze sammeln sich allenthalben an, Lvxns und Geschmack 
entwickeln sich und ein sroher Sinn, warmpulsirende Lebens- und Genußfrendigkeit 
treten überall zu Tage; dem Beispiel des Hofes, der bedeutende Bau-Ausführungen 
unternimmt und vielfache Knnstaufträge ertheilt, folgt auch die Geistlichkeit und der Adel 
Mährens; allerorten wird gebaut und überall ist man bestrebt, Großes und Schönes zu 
schaffen. Vor Allem ist es der Clerns, der, nun zum größten Ansehen und zu voller Macht 
gekommen, über unermeßliche Reichthümer verfügt und seinen Sieg durch die groß 
artigsten Abtei- und Kirchenbauten zum Ausdruck zu bringen sucht; er gibt durch 
seine vielen Bauten den Impuls zu einer allgemeinen, fast fieberhaften Bauthätigkeit; 
allerorten entstehen z. B. Gnadenorte, so zu St. Thomas in Brünn, in Turas, Wranau, 
Kiritein, Sloup, Hostein, heil. Berg bei Olmütz n. s. w. Wie in der früheren Epoche der 
Olmützer Cardinal Graf Dietrichstein an der Spitze der Baubewegung stand, so ist es jetzt 
wieder der Olmiitzer Kirchenfürst Cardinal Graf Lichtenstein-Costelkorn. Auch der Adel 
zeigt sich wie der Clerns als ein ebenso eifriger Förderer religiöser Ideen und religiöser 
Kniest, und so erscheinen z. B. unter den Stiftern und Erbauern von Kirchen und 
Klöstern die Familien: Fürst Liechtenstein, Graf Waldstein, Graf Althan, Freiherr von 
Peterwaldsky, Graf Sinzendorf, Graf Rottal, Graf Questenberg, Fürst wietrichstcin, 
Gräfin Roggendorf, Graf Blumeggen, Graf und Fürst Kaunitz, Graf Zierotin rc. 
Schon früher wurde erwähnt, daß auch die Bauten dieser Periode den italienischen 
Einfluß nirgends verleugnen; es ist die Zahl der in Mahren thatigen Italiener für 
Kirchen und Schloßbauten eine sehr bedeutende und mögen aus dieser großen L-chaar von 
Meistern, welche nicht selten mit einem ganzen Stabe von Künstlern und Gehilfen ange 
rückt kamen, folgende genannt sein: Architekt und Bildhauer Balthasar Fontana (1670 
bis 1729), Baumeister Johann Jakob Brascha (1680), Steinmetz Andreas Allio (1692), 
Steinmetz Bernardo Antonio Fossati de Mafio (1728), Architekt und Maler Bartholomäus 
Altamvnte (1733), der fürstlich Licchtenstein'sche Galleriedircetor Cajetan Fanti, Architekt 
Martinelli (1750), Architekt Bednzzi (1750), Baumeister Canaval (1751) u. s. w. 
Bald stand diesen italienischen Künstlern auch eine große Zahl heimischer, unter 
ihrer Leitung geschulter oder in Italien arrsgebildeter Kräfte zur Seite, welchen alsbald 
die Führung und später fast die ausschließliche Leitung bei den weiteren Bauten znfiel; 
dies macht erklärlich, daß auch die Bauten der späteren Zeit sich zumeist an italrenrsche 
Vorbilder anlehnen oder Anklänge an die italienische Kunst verrathen. Die Zahl Mer
	        
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