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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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welches  das  Freigrab  des  Zacharias  von  Neuhaus  und  seiner  Gemalin  Katharina  von
Waldstein  in  der  Schloßkapelle  Allerheiligen  zu  Teltsch  umgibt,  nach  1589  entstanden.
Zahlreich  finden  sich  Oberlichtgitter  vor,  theils  noch  an  ihrem  ursprünglichen  Orte,  theils
in  Sammlungen  respective  Museen  geborgen;  dem  XVI.  Jahrhundert  dürfte  auch  ein
aus  acht  Stäben  sich  kronenartig  aufbauendes,  kunstvoll  gearbeitetes  Brunnengitter  im
ehemaligen  Conventgarten  zu  Saar  angehören.  Mannigfach  bot  sich  dem  Kunstschlosser
Gelegenheit,  seine  Fertigkeit  und  seinen  ästhetischen  Sinn  an  Thor-  und  Thürbeschlägen,
Bändern,  Schloßblechen,  an  den  Beschlägen  der  Möbel,  Zunstladen  zu  bekunden,  wobei
der  getriebenen  und  gravirten  Arbeit  freier  Spielraum  geboten  war.  Ein  aus  Chiavenna
gebürtiger  Schlosser  Fiota  fertigte  1626  für  die  Pfarr-  und  Decanatskirche  in  Boskovitz
eine  Kanzel  aus  Schlossereisen.  Die  Pfarr-  (ehemals  Kloster-)  Kirche  des  schon  genannten
Saar  besitzt  ein  das  Presbyterium  vom  Schiff  abschließendes  hohes  Gitter  aus  dem
Jahre  l  666.  Gitter,  deren  Muster  perspectivische  Darstellungen  von  Jnnenräumen  zeigen,
haben  sich  gleichfalls  erhalten,  so  das  Friedhofsthor  zu  Kostl  (früher  in  Eisgrub)  und  im
Schlosse  zu  Jarmeritz  bei  Mährisch-Budwitz;  theilweise  gilt  dies  auch  von  dem  reichen
Seitenkapellen-Abschlußgitter  der  Pfarrkirche  St.  Jakob  zu  Jglau,  das  vielleicht  als  die
reichste  Arbeit  aus  dem  Anfang  des  XVIII.  Jahrhunderts  in  Mähren  bezeichnet  werden
kann.  Von  großem  Interesse  sind  sodann  das  1723  bis  1725  entstandene  Gartenthorgitter
mit  dem  Dietrichstein'schen  Wappen  im  Schlosse  zu  Nikolsburg,  desgleichen  die  Aufgangsgitter ­
  zum  Ahnensaal  im  selben  Schlosse,  die  gleich  dem  erstgenannten  von  dem  Brünner
Hofschlosser  Heinrich  Förster  stammen.  Herrliche  Beispiele  der  Eisenschmiedeknnst  des
XVIII.  Jahrhunderts  liefern  auch  einige  mit  Eisen  beschlagene,  ornamental  gehaltene
Thüren,  sowie  die  Gitter  in  der  Wallfahrtskirche  und  Residenz  am  heiligen  Berge  bei
Olmütz,  die  letzteren  von  Prochaska,  dem  Großvater  des  mährischen  Künstlers  Chambrez,
herrührend.  Brünn  besitzt  namhafte  Denkmale  der  Schlosserkunst  des  XVIII.  Jahrhunderts
in  den  Altargittern  der  Minoritenkirche,  in  den  korbförmigen  Fenstergittern  des  alten  Landhauses, ­
  vor  Allem  aber  in  den  Oberlicht-,  Balcon-  und  Parapetfüllungsgittern  des
Finanz-Landesdirections-Gebäudes  in  der  Ferdinandsgasse  (dem  ehemaligen
Dietrichstein'schen,  nachmals  Salm'schen  Hause),  die  schon  der  Übergangsperiode  von  der
Barocke  zum  Rococo  augehören.  Auf  ebenso  hoher  Stufe  stand  unser  Kunstgewerbe  auch
in  der  Rococoperiode,  wie  es  zahllose  Oberlichtgitter,  Grabkreuze,  Tragarme  von  Zunftfahnen, ­
  Schlosserschilder  u.  m.  a.  erweisen.  Unter  den  kunstgewerblichen  Zweigen  der
neuesten  Zeit,  welcher  sich  die  moderne  Reform  des  Kunstgewerbes  in  Mähren  bisher
bemächtigt  hat,  steht  die  Kunstschlosserei  durch  die  Qualität  der  Leistungen  obenan.
Auch  an  der  künstlerischen  Verarbeitung  des  Eisens  durch  Guß  hat  Mähren  einen
bedeutenden  Antheil.  Obenan  steht  die  Fürst  Salm'sche  Eisengießerei  in  Blausko,
            
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