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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Ungarns  gedeihend  —  besteht  aus  hitzigen,  schweren,  hochgradigen  Weinen.  Die  zweite
Gruppe  —  im  Schwarzawagebiete,  an  den  Südwest-Ausläufern  des  Marsgebirges,  in
den  Südlagen  der  Sudetenausläufer  und  den  Polaner  Bergen  —  bietet  säuerliche,  herbe,
härtere  Weine.  Die  dritte  Gruppe  —  im  Thayagebiete,  an  den  letzten  Ausläufern  des
böhmisch-mährischen  Grenzgebirges  —  besteht  aus  milden,  lwuqnetreichen  Weinen.  Dazu
kommt  noch  etwas  Weißwein  im  Hügellande.
Die  erste  der  genannten  Gruppen,  an  die  ungarischen  Weine  gemahnend,  umschließt
unter  Anderem  den  Blatnitzer  und  Poleschovitzer  Wein,  sowie  den  gerühmten  Bisenzer
Champagner;  die  zweite,  den  österreichischen  Weinen  ähnlich,  den  Polaner,  Archlebauer
und  Nußlaner;  die  dritte,  bisweilen  an  Rheinweine  erinnernd,  den  Schobeser  und  Znckerhandler.
  Die  dem  Weinbaue  gewidmete  Fläche,  12.119  Hektar,  ergab  im  Jahre  1891  im
Ganzen  122.470  Hektoliter  Weiß-  und  20.530  Hektoliter  Rothwein  —  durchschnittlich
118  Hektoliter  vom  Hektar.
Der  Rückgang  des  Weinbaues  —  im  Jahre  1871  zählte  man  noch  17.075  Hektar
Weinland  —  ist  auf  Elementarereignisse,  auf  die  Zunahme  thierischer  und  pflanzlicher
Schädlinge  —  im  Jahre  1890  waren  260  Hektar  von  der  klrMoxera  verseucht  —  sowie
auf  den  steigenden  Bier-  und  Branntweinconsum  und  im  Zusammenhänge  damit  auf  die
Unrentabilität  der  Weinproduction  und  die  Umwandlung  des  Reblandes  in  andere  Culturarten
  zurückzuführen.  Doch  immer  noch  vermag,  nach  den  Worten  Hamms,  „im  Reigen
der  östlichen  Reben  der  Zug  der  Weine  aus  Mähren,  geführt  von  den  Edelknechten  aus
Znaim  und  Joslovitz,  aus  Biscnz  und  Auspitz  stattlich  in  die  Schranken  zu  treten".
Überblicken  wir  das  Gesammtbild  der  mährischen  Landwirthschaft,  so  sehen  wir  mit
Befriedigung,  wie  unter  der  Führung  der  k.  k.  mährischen  Gesellschaft  zur  Beförderung
der  Landwirthschaft  und  Dank  den  selbständigen  Bestrebungen  einzelner  Pionniere  des
Fortschritts,  in  allen  Gauen  der  Markgrafschaft,  auf  den  Schloßgütern  der  großen
Besitzer,  den  Fluren  der  Pächter,  der  Scholle  des  Kleinwirthes  nach  jeder  Richtung  hin
der  Landbau  sich  immer  intensiver  gestaltet  und  seine  Pfleger  von  Jahr  zu  Jahr  immer
eifriger  bestrebt  sind,  die  Lehren  der  Wissenschaft  ins  Werk  zu  setzen,  auf  daß  „dort  zwei
Halme  wachsen,  wo  vordem  einer  stand".
Der  intensive  Betrieb  der  Landwirthschaft  äußert  sich  auch  in  der  Vermehrung  und
qualitativen  Hebung  des  Viehstandes.  Die  letzten  Berichte  über  den  Stand  der  Rinder
in  Mähren  weisen  645.199  Stück  aus,  darunter  361.471  Kühe  und  54.665  bereits  zum
Zuge  oder  zur  Mast  verwendete  Ochsen  sowie  14.558  über  ein  Jahr  alter  Stiere.  Diese
Gesammtziffer  zeigt  zwar  gegen  das  Jahr  1880  einen  Rückgang  an,  läßt  jedoch  gegen  die
patrimoniale  Epoche  eine  erhebliche  Steigerung  erkennen.  Hierzu  tritt  überdies,  zumeist
in  Folge  des  Überganges  von  der  Natural-  zur  Geldwirthschaft,  eine  Erhöhung  des
            
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