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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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hier wie überall unrühmliche Ausnahmen gibt, ist bei dem Umstande ganz erklärlich, daß 
viele kleine Jagdgebiete, zwischen großen, wildreichen Complexen gelegen, die bäuerliche 
Bevölkerung unter dem Vorwände, den Wildschaden zu verhüten, zu manchem unweid 
männischen Gebühren verlocken. 
Der mährische Jagdschutzverein in Brünn wirkt in dieser Richtung wie auch 
auf dem Gebiete der Kynologie seit mehr als einem Jahrzehnt äußerst erfolgreich 
und mit rühmenswerthem Eifer bessernd auf die weidmännischen Verhältnisse des Kron- 
landes ein. 
Als Fachblätter vertreten das „Jllustrirte Österreichische Jagdblatt" (in Brünn) 
und „Aus unseren heimischen Wäldern" (in Znaim) die Interessen des heimischen Weid 
werks in erschöpfendster und erfolgreichster Weise. 
Der „Österreichische Kurzhaar-Club" strebt von Mähren ausgehend die durch 
greifendste Veredlung des Vorstehhundes mit bisher überraschenden Resultaten an, welche 
bei den vom genannten Club und vom mährischen Jagdschntzverein alljährlich veran 
stalteten Hunde-Ausstellungen und großen Prüfungssnchen zu eonstatiren sind. 
So ist im Mährerlande jede Richtung des Weidwerks in glänzendster Weise vertreten 
und es blüht in seinen Wald- und wildgesegneten Gauen den hohen Jagdherren, wie allen 
braven Jägern im knorrigen Bergwald wie im erntereichen Flachlande, allzeit das 
reichste — Weidmannsheil. 
Die Fischerei. Vor etwa acht Jahrzehnten stand die Fischerei in Mähren und 
Schlesien (damals gehörten noch diese beiden Länder einer Landesregierung an) auf einer 
weit höheren Stufe als jetzt. Besaßen sie doch zu jener Zeit nach landtüflichen Ausweisen 
über 43.000 Joch Teiche, von denen der weitaus größte Theil auf die Markgrafschaft 
Mähren entfiel. Heute sind in beiden Ländern zusammen kaum noch 3000 Joch Teiche 
zum Zwecke der Fischzucht gespannt. Der ganze übrige Teichboden,fiel der Landwirthschaft, 
insbesondere aber der Rübencultur anheim. Auch die Flußfischerei ist den in den letzten 
Decennien emporgeblühten Industrien, die ihre mehr oder minder schädlichen Abfallwässer 
mit verderblich wirkenden Stoffen in die einst so fischreichen Flüsse und Bäche de^ 
Landes ableiteten, ganz oder theilweise zum Lipser gefallen; namentlich in den Gewässern, 
welche größere Jndustrieorte passiren, haben die Fäcalstoffe derselben alle edleren Fisch 
geschlechter vernichtet oder vertrieben. 
Von welcher hohen Bedeutung z. B. die Marchfischerei einst gewesen sein muß, geht 
daraus hervor, daß in dem von Johann Baptist Homann im Jahre 1714 in Nürnberg 
herausgegebenen Weltatlas der Hradischer Kreis der Markgrafschaft Mähren, welcher 
von der March durchquert wurde, durch eine besonders charakteristische Vignette gekenn 
zeichnet wird, welche die reiche Marchfischerei allegorisch darstellt.
	        
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