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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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trotz  vieler  Enttäuschungen,  seine  ganze  Seele  diesem  Werke  gewidmet  hat;  es  ist  dies  der  im
Jahre  l893  in  Brünn  verstorbene  ehemalige  Präsident  des  Mährischen  Landes-Fischerei-Vereines
  Emil  Wecger.  Er  regte  im  Jahre  1878  im  damaligen  Ersten  mährischen  Fischerei-Vereine
  (dessen  Begründer  und  Obmann  er  war)  die  Errichtung  der  ersten  Brutstube  für
künstliche  Forellenzucht  (in  der  k.  k.  böhmischen  Lehrerbildungsanstalt  in  Brünn)  an  und
lenkte  den  später  begründeten,  oben  erwähnten  Mährischen  Landes-Fischcrei-Verein  (jetzt
Section  der  k.  k.  mährisch-schlesischen  Ackerbaugesellschast)  in  jene  Bahnen,  auf  denen
dieser  rührige  Verein  so  glänzende  Erfolge  erzielte  und  heute  noch  erreicht.  Im
letztgenannten  Vereine  strebt  man  nun  insbesondere  dahin,  die  Teichwirthschaft  in  Mähren
zu  heben  und  in  der  Bevölkerung  das  Interesse  dafür  durch  Unterstützungen  aller  Art
(Subventionen,  unentgeltliche  Lieferung  von  Fischbrut  und  dergleichen)  anznregen,  was
denn  auch  thatsächlich  in  manchen  Orten  gelungen  ist.
Über  Wecgcrs  Anregung  wurde  vom  Mährischen  Landes-Fischerei-Verein  eine
Fischerei-Karte  von  Mähren  angefertigt,  welche  in  äußerst  instructiver  Weise  sowohl  das
Vorkommen  der  verschiedenen  edleren  Flußfische,  wie  auch  die  verschiedengradige  Verunreinigung ­
  der  Flnßstrecken  in  allen  Flußläufen  Mährens  anschaulich  macht.  Durch
Intervention  des  Vereines  wurden  bereits  mehrere  Anstalten  für  künstliche  Fischzucht
ins  Leben  gerufen,  von  denen  jene  des  Herrn  Ritter  v.  Felbiger  in  Schöllschitz
bei  Brünn  und  die  Anlage  der  Firma  „Gebrüder  Thonet'  ans  der  Herrschaft
Vsetin  die  bemerkenswerthesten  sind.  Weiter  begründete  der  Verein  seine  Anstalt
für  künstliche  Fischzucht  in  Böhmisch-Wiesen  bei  Brüsau  und  erwarb  einen  für  die  Fischzucht ­
  bestimmten  Teich  unweit  Böhmisch-Trüban.  Alljährlich  werden  aus  den  genannten
Anstalten  große  Mengen  Forellen-  und  Karpfenbrnt  an  Mitglieder  unentgeltlich  oder
gegen  geringes  Entgelt  abgegeben  und  dadurch  Teiche  und  Flnßläufe  mit  edlen  Fischen
bevölkert.  Wandervorträge  (in  deutscher  und  böhmischer  Sprache)  tragen  dazu  bei,  in
vielen  Orten  anregend  auf  Jung  und  Alt  zu  wirken.
Außer  dem  Mährischen  Landes-Fischerei-Vereine  tragen  noch  der  seit  1894  mit
diesem  verbundene  „Erste  mährische  Fischerei-Verein  in  Brünn",  der  Jglaner,  Trebitscher,
Walachisch-Meseritscher  und  Liebauer  Fischerei-Verein,  der  „Raitzer  Fischer-Club"  und
andere  mehr  sportliche  Gesellschaften  zur  steten  Hebung  des  Interesses  an  der  heimischen
Fischzucht  bei.  Jedenfalls  muß  ein  ganz  merklicher  Fortschritt  im  Fischereiwesen  während  des
letzten  Jahrzehnts  constatirt  werden,  und  bei  dem  Wohlwollen  und  dem  großen  Interesse,
welches  in  neuester  Zeit  auch  das  k.  k.  Ackerbauministerium  der  Fischerei  znwendet,  sowie
bei  dem  cinmüthigen  Zusammenwirken  aller  hierzu  berufenen  Factoren  dürfte  in  kurzer  Zeit
das  Mährerland  auch  in  Bezug  auf  seine  Fischerei  einen  ehrenvollen  Platz  unter  den
Schwesterländcrn  der  Monarchie  wieder  einnehmen.
            
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