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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Während  der  Eisenstein-  und  Metallbergbau  solcherart  den  Höhepunkt  seiner  Entwicklung ­
  schon  lange  überschritten  hat,  strebt  derKohlenbergbau  in  Mähren  mächtig  in
die  Höhe  und  schafft,  gleich  den  ersteren  in  früheren  Jahrhunderten,  an  den  Orten  seiner
Blüte  frisches  Leben,  Wohlstand,  Reichthum.  Kohle  jeder  Art  ist  in  diesem  Kronlande
reichlich  zu  finden:  die  Steinkohle  in  allen  ihren  Varietäten  im  Rossitzer  und  Ostrau-Karviner
  Revier,  die  minderwerthige  Kreidekohle  im  Norden,  der  Lignit  im  Süden
Mährens.
Der  Kreidekohlenbergbau,  welcher  in  der  Umgebung  von  Mährisch-Trüb  au  und
Boskovitz  in  der  Kreide  auf  einem  einen  Meter  mächtigen  Flötzchen  umgeht,  lebt  allerdings
nur  ein  Scheindasein,  denn  er  fördert  mit  24  Bergarbeitern  auf  Stollenbanen  ohne
Verwendung  von  Maschinen  nur  13.000  Metercentner  einer  sandigen,  schiefrigen  Kohle,
welche  von  den  Landlenten  der  Umgebung  zum  Hausbrand  verwendet  wird.  Anders
liegen  die  Verhältnisse  schon  im  Rossitzer  Steinkohlenbecken.  In  dem  von  Mährisch-Kromau
  nach  Segen-Gottes  bei  Rossitz  streichenden  Steinkohlengebirge  treten  drei  Steinkohlenflötze
  mit  einem  10  —12  Kilometer  langen  Streichen  auf,  von  welchen  die  zwei
Hangenden  bauwürdig  sind.  Das  Hauptflötz  erreicht  stellenweise  eine  Mächtigkeit  bis  sieben
Meter,  das  zweite  eine  solche  von  2'5  Meter.  Acht  Maschinschachte  in  den  Gemeinden
Segen-Gottes,  Babitz,  Zbeschau  und  Padochau  (Padochov)  fördern  aus  Tiefen  von  300
bis  400  Meter  die  durch  den  Abbau  beider  Flötze  gewonnenen  Kohlen  zu  Tage,  welche
wegen  ihres  hohen  Heizwerthes  von  der  Industrie  sehr  geschätzt  werden.  Ganz  besonders
wird  die  Rossitzer  Steinkohle  als  Schmiedkohle  vor  allen  anderen  Kohlen  bevorzugt  und
als  solche  in  der  ganzen  Monarchie  und  über  die  Grenzen  derselben  versendet.  Da  diese
Kohlen  aber  auch  so  vorzüglich  backen  wie  keine  andere  in  Österreich,  so  bieten  sie  ein
vorzügliches  Material  zur  Erzeugung  von  Coakes.
Ein  sehr  unerwünschter  Begleiter  des  Rossitzer  Bergbaubetriebes  sind  die  Schlagwetter, ­
  welche  im  Flötze  auftreten  und  den  Bergmann  zur  größten  Vorsicht  zwingen.
Plötzliche  Eruptionen  derselben  werden  zwar  nicht  beobachtet,  wie  im  Ostrau-Karviner
Revier,  aber  die  Gase  begleiten  unausgesetzt  unter  Knattern,  Knistern,  Plaudern  und
Singen  den  Häuer,  der  unter  dem  Schutze  der  Sicherheitslampe  die  Aufschlußstrecken  im
Flötze  treibt.  Ist  ein  Flötztheil  einmal  aufgeschlossen,  so  verschwinden  diese  Erscheinungen,
aber  ein  anderer  schlimmer  Begleiter  des  Abbaues  stellt  sich  ein:  der  außerordentlich
feine,  Alles  erfüllende  und  durchdringende  Kohlenstaub,  welcher,  aus  irgend  einer  Ursache
zur  momentanen  Entzündung  gebracht,  dem  Bergmann  nicht  minder  gefährlich  wird  als
die  schlagenden  Wetter.
Der  Betrieb  der  Bergbaue  des  Rossitzer  Beckens  ruht  derzeit  in  den  Händen  zweier
Gesellschaften:  der  Rossitzer  Bergbaugesellschaft  und  der  Liebe-Gottes-Gewerkschaft;
            
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