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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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wir  im  Überblick  auch  jenes  Gebiet  berühren,  das  im  Zuge  der  Sudeten  als  Niederes
Gesenke  bezeichnet  wird.  Dazu  zählen  die  Plateaulandschaften,  welche  an  dem  Straßenund
  Schienenzuge,  der  von  Jägerndorf  im  Oppathal  über  Neu-Erbersdorf  und  Freudenthal ­
  bis  zur  mährischen  Grenze  führt,  beginnen  und  östlich  bis  an  die  Oderfnrche
hinreichen.  Im  Gegensatz  zu  den  Bergformen,  wie  sie  im  Altvatergebirge  dem  Beobachter
entgegentreten,  büßt  hier  das  Bergland  bedeutend  an  verticaler  Erhebung  ein  und  geht  in
Höhenzüge  von  500  bis  600  Meter,  ohne  markante  Haupt-  und  Nebenketten,  über.  Während
im  Hochgesenke  die  Richtung  von  Nordwest  nach  Südost  mit  auslaufenden  Qnerrücken
vorherrscht,  bemerken  wir  hier  an  den  meist  stach  verlaufenden  Hügelrücken  die  entgegengesetzte ­
  Streichung.  Die  Gesteinsformation  zeigt  auffällige  Verschiedenheiten  in  ihrem
geologischen  Aufbau.  Im  Altvater  und  seinen  Nebenketten  tritt  vornehmlich  das  Urgestein,
im  niederen  Gesenke  die  Grauwacke  als  felsenbildende  Masse  auf.  Wie  im  Hohen,  so  begegnen
wir  auch  im  Niederen  Gesenke  einem  formenreichen  Vegetationsbilde.  Ausgedehnte,
rationell  bewirthschaftete  Forste  decken  stundenweit  die  Abhänge  und  die  Kuppen  der  Hügel,
wogegen  die  zur  Ackerwirthschaft  tauglichen  Flächen  sich  durch  sorgfältige  Bestellung  aufs
vortheilhafteste  auszeichnen.
Wir  erwählen  zum  Ausgang  der  Schilderung  dieser  Landschaft  das  Bennischer
Plateau,  welches  sich  an  die  Hohe  Haide  anlehnt.  Umgrenzt  wird  dasselbe  durch  die
Flußläufe  der  Mohra  und  der  Oppa  im  Süden,  Osten  und  Norden,  vom  Freudenthaler
Kessel  im  Westen.  Folgen  wir  der  Freudenthal-Troppauer  Chaussee  vom  erstgenannten
Orte  aus,  so  gelangen  wir  zu  dem  am  Abhange  des  steilen  Hutberges  im  Kranze  mächtiger
Waldungen  gelegenen  Städtchen  Bennisch,  hervorragend  durch  seine  Baumwollindustrie.
Einst  blühte  auch  hier  der  Bergbau  auf  edle  Erze,  und  Bennisch,  die  „Perle  Schlesiens",  galt
als  die  ergiebigste  Silbergrube  des  Landes,  bis  der  Einbruch  der  Mongolen  und  die  Völkergeißel ­
  des  dreißigjährigen  Krieges  die  Silberstollen  veröden  und  vergessen  ließ.  Im  Südwesten ­
  des  Städtchens  fließt  die  auf  der  Hohen  Haide  entspringende  Mohra  an  der
politischen  Landesgrenze  gegen  Mähren  und  durchströmt  bis  zu  ihrer  Mündung  in  die  Oppa
unterhalb  Troppau  ein  schluchten-  und  waldreiches  Thal.  Dort,  wo  das  ungestüm  dahinschäumende ­
  Mohrawasser  gegen  Norden  umbiegt,  die  umschließenden  Gehänge  flacher
werden  und  sich  zu  anmuthiger  Breite  entfalten,  steht  ans  jäh  abfallender  Felsenwand  die
Ruine  Wigstein,  ein  ehrwürdiger  Rest  ans  Schlesiens  Vergangenheit.  Im  linksseitigen
Hügellande  erwähnen  wir  aus  der  Menge  der  Ortschaften  das  Dorf  Meltsch  mit  dem
benachbarten  klimatischen  Curorte  Johannisbrunn  im  Rahmen  steiler,  fichtenbewachsener ­
  Berge,  die  als  natürliche  Schutzwehren  gegen  schädliche  Witterungsextreme  die
Arbeit  des  Menschen  erfolgreich  unterstützen.  Auch  Schönstem,  im  bäum-  und  wiesengrünen
Hoßnitzthale,  merkwürdig  durch  seinen  uralten  Schanzenring,  unterbricht  das  Gelände
            
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