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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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zurück  ins  Ostravicathal  nach  Althammer.  Dasselbe,  an  20  Kilometer  lang,  nimmt
rechts  die  Recica,  links  den  Mazak  auf,  umzieht  die  westlichen  Hänge  der  Lysa  und  tritt  bei
Friedland  in  ein  weites  Thalbecken  ein.  Einige  Kilometer  abwärts  zeigt  sich  die  Landschaft
von  Friedek.  Rechts  über  dem  Malenovitzer  Grunde  winkt  das  weitkenntliche  Kirchlein
von  Borova  und  jenseits  der  vereinigten  Thäler  der  Mohelnica  und  der  Moravka  der
Waldberg  Prasiva.  Wo  sich  das  Moravkathal  breit  gegen  die  Friedeker  Hügel  öffnet,
steht  im  Sattel  zweier  bewaldeter  Höhen  das  Skalitzer  Kirchlein,  das  der  Sage  nach
versinken  soll,  wenn  es  von  Menschen  überfüllt  sein  wird.
Die  wilde  Ostravica  verläuft  in  breitem,  flachem  Bette,  ungeheure  Geschiebemassen
herabwälzend  —  ein  Merkmal  der  meisten  Karpathenflüsse.  Vor  uns  erheben  sich  die
Thürme  von  Friedek  und  schauen  schwesterlich  grüßend  auf  das  mährische  Nachbarstädtchen ­
  Mistek  hinüber.  Auf  felsigem  Hügel  erscheint  ein  ansehnlicher  Schloßban  mit
klafterdicken  Mauern,  dahinter  im  Norden  der  Stadt  die  doppelthürmige  Wallfahrtkirche
mit  dem  Wunderbilde  der  Madonna,  das  Ziel  von  Tausenden  von  Wallfahrern  zur  Zeit
der  Marienfeste.  Friedek  ist  der  Sitz  lebhafter  Baumwollindustrie,  der  Haupterwerbsquelle
für  die  ärmere  Bevölkerung  der  Stadt  und  Umgebung.  In  der  Nähe  von  Friedek  sind
Baska  und  Karlshütte  als  hervorragende  Etablissements  für  Hüttenbetrieb  zu  nennen.
Vor  dem  Zeitalter  des  Dampfes  spielte  die  Stadt,  am  mährisch-galizischen  Handelswege
liegend,  eine  bedeutendere  Rolle.  Seit  der  Eröffnung  der  das  östliche  Schlesien  durchquerenden ­
  Städtebahn,  wodurch  auch  Friedek  in  das  neue  Verkehrsnetz  getreten  ist,  macht
sich  allenthalben  ein  günstiger  Umschwung  bemerkbar.
Von  Friedek  gegen  Norden  strebt  der  Flußlauf,  der  Straßenzug  und  das  Bahngeleisenach ­
  dem  kohlenreichen  Hügellande  von  Polnisch-Ostran.  In  altersgrauer  Epoche
schlesischer  Geschichte  eine  Grenzfeste  gegen  Polen,  hat  das  große  Dorf  seit  zwei  Menschenaltern ­
  sein  Aussehen  völlig  verändert.  Den  reichen  Kohlenschätzen  der  Tiefe  entsprechen
die  großen  oberirdischen  Schachtanlagen  auf  schlesischer  und  mährischer  Seite.  Polnisch-Ostrau,
  das  nahe  Mährisch-Ostrau  und  das  Eisenwerk  Vitkovitz  bilden  ein  Industrie-Emporium,
  das  in  der  Monarchie  nicht  seines  Gleichen  findet.  Freilich  hat  die  Umgebung
infolge  ihrer  nationalökonomischen  Berühmtheit  viel  von  ihrer  ehemaligen  landschaftlichen
Lieblichkeit  verloren.  Die  einförmigen  Colonien  der  nach  vielen  Tausenden  zählenden
Arbeiter,  die  dunklen  Maschinen-  und  Schachthäuser,  die  rußigen,  flockenverstreuenden
Rauchwolken,  dazu  das  mißtönige  Grau  eines  trüben  Tages:  das  gibt  allerdings  einen
Eindruck,  der  einen  Naturschwärmer  wohl  nicht  zu  allzulangem  Verweilen  in  dieser
nüchternen  Atmosphäre  bewegen  kann.
Über  Polnisch-Ostrau  lenkt  die  Troppauer  Straße  gegen  Teschen  durch  ein  welliges
Terrain.  Eine  Reihe  hübscher  Dorfschaften  und  trefflicher  Aussichten  stempelt  diesen  Weg
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