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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Eine zufällige Bodengestaltung schloß durch mehrere Terraineinschnitte den Ansiedlungs 
platz von der Landseite ab und bot auf diese Weise hinreichenden Schutz auch von dieser 
Richtung. Das Culturbild, welches sich aus den hier gesammelten Funden gewinnen läßt, 
zeigt eine Bevölkerung, welche vornehmlich Ackerbau und Viehzucht, in geringem Umfange 
auch Jagd und Fischerei betrieb. Als Behausung diente die Flechtwerkhütte mit lehm 
beworfenen Wänden, deren Wohnraum zuweilen noch durch eine darunter befindliche Grube 
erweitert wurde. Außerhalb der Hütte wurden tiefe, sackförmige Löcher angelegt, welche, 
mit großen Kieselsteinen besetzt, den Herd abgaben und zugleich das bunte Durcheinander 
an unbrauchbar gewordenem oder zufällig abhanden gekommenem Hausrath und Mahlzeit 
resten in sich aufnahmen. Die größte Menge unter den Gegenständen, mit welchen diese 
Gruben angefüllt waren, nehmen außer den zahllosen Gefäßresten Thierknochen ein. 
Dieselben gehörten elf zahmen und sieben wilden Formen au. Am häufigsten treten das 
Rind (4 Racen: Los priiaiKoirius Los., eine schwächere und eine stärkere Form von Los 
taurrrs L., Los braetr/csros Lütim.) und das Hausschwein, sowie eine zierliche Schaf 
form auf; weniger die Ziege, das Pferd, der kleine Torfhund, das Huhn und die Ente. 
An jagdbaren Thieren fanden sich der Edelhirsch, das Reh, der Hase, die Fischotter, der 
braune Bür und der Biber vor. Mit Ausnahme des Pferdes und des Huhnes wurden alle 
diese Thiere gekocht, seltener gebraten genossen. Nach den anfgeschlagenen Röhrenknochen 
zu urtheilen, verzehrten die Bewohner mit Vorliebe auch das darin enthaltene Mark. 
Tie Topfwaare besteht zum größten Theile in Nntzgefäßcn aus reinem oder mit 
Sand und Kies untermengtem Thon, welche aus freier Hand angefertigt und am 
offenen Feuer gebrannt wurden. Mit Benützung der hierdurch hervorgerufenen Schwärzung 
des Thones wurde ihnen durch Glätten ein graphitähnlicher Glanz ertheilt. Die Formen 
bieten wenig Abwechslung und erschöpfen sich in Töpfen mit sanft gebauchten oder scharf 
gekrümmten Wänden, geradem oder konisch aufsteigendem Hals ohne Rand und mit 
Buckeln oder Schnurhenkeln als Handhaben, in ähnlich gebildeten Urnen, Näpfchen mit 
hoch aufsteigendem Griffhenkel, graphitgeschwärzten halbkugeligen Schalen und Schüsseln 
mit nach innen gebogenem Rand. Bemerkenswerth sind einige krngartige Gefäße und zwei 
trichterförmige Geräthe, welche als Gefäßuntersätze zu deuten sind. 
Mit der Gleichartigkeit der Formen geht die Schlichtheit des Ornamentes Hand in 
Hand. An den dickwandigen, kesselartigen Töpfen bescheidet sich dasselbe mit friesartig 
aneinander gereihten Nägel- und Fingerabdrücken längs der Gefäßmündung und an den 
kleineren Töpfen mit die Wände bedeckenden Einstichen. Hauptsächlich findet es sich bei den 
Schalen und Näpfchen, wobei das Dreiecksband in mehr oder minder ausgesprochener Weise, 
mitunter durch Punktreihen belebt, in derb eingeritzten Liniengruppen zur Anwendung 
kommt. Zeitweilig flicht sich auch ein Pflanzenmotiv ein. Eines der Gefäße erlangt
	        
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