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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Monarchie hinsteuerte, machte die ständischen Rechte zerbröckeln, Landrechte, Landtage, 
Stadtfreiheiten verloren durch den in die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit 
eingreifenden modernenStaat schrittweise ihre Bedeutung. Troppan undTeschen hörten auf, 
die Residenzen unmächtiger und verschuldeter Lehnfürsten zu fein, sie sanken zum Range 
unbedeutender Provinzialstädte herab. Sie hatten das nicht zu bedauern. Als Provinzen 
eines großen Reiches war unseren Herzogthümern die Aussicht eröffnet, an den Wohlthaten 
einer geregelten Verwaltung, bessern Justizpflege theilnehmen zu können, und nicht genug 
hoch ist das Bewußtsein anzuschlagen, Bürger eines mächtigen Staates zu sein. 
Der dreißigjährige Krieg hat auch unsere Gebiete schwer geschädigt. Schon 1620 
wurden sie von den ans Polen kommenden Kosaken bedrängt. Graf Mannsfeld warf sich 
1628 auf Schlesien; seine Söldner bemächtigten sich der Städte Troppan, Jägerndorf, 
Teschen, Bielitz, der Schanzen von Jablunkau. Das Jahr darauf wurden die Mannsfelder 
aus dem Lande geworfen, die Kaiserlichen bedrängten es aber nun womöglich noch schwerer. 
Jetzt begannen ärger denn zuvor die Drangsale der Lutheraner. Unter dem Vorwand des 
Einverständnisses mit dem Feinde wurde der Adel von der eigens dazu eingerichteten 
Declarations- und Executions-Commission mit Confiscationen und Drangsalen aller Art 
heimgesucht. Bis 1642 berührte kein feindlicher Fuß den Boden unseres Landes, aber es 
hausten die aus allerlei Volk zusammengewürfelten kaiserlichen Heerschaaren schlimmer 
denn der Feind. In diese Zeit fällt das tolle Unternehmen des Oberstlientenants Freiburg. 
Ohne zu wissen, daß Wallenstein seinem Schicksale bereits erlegen sei, erklärte er sich 
(2. März 1634) plötzlich für ihn und zwang die Bürger von Troppan, Jägerndorf 
und Leobschütz, dem Herzog von Friedland und dessen Conföderirten Treue zu geloben. 
Kaiserliche Truppen unter Götz schlossen ihn (18. und 19. März) in Troppan ein, 
er capitulirte und sicherte sich, ohne dabei der Stadt zu gedenken, vor strenger Ahndung. 
Über die Bürger wurden Geld- und andere Strafen verhängt. — Torstenson marschirte 
1642 durch das Troppau'sche, ein fliegendes Corps erschien im Gebiet von Teschen; 
1646 setzten sich die Schweden in den Fürstenthümern bis zum Jablunkapaß fest, ihre 
Plackereien und Greuelthaten lebten noch lange in der Erinnerung des Volkes. — Wie 
anderwärts, fand der westfälische Friede auch in dem heutigen Österreichisch-Schlesien 
niedergebrannte Höfe und Dörfer, zerstampfte Saaten, unbebaute Felder, Hunger und 
Seuchen hatten die Bevölkerung vermindert, viele Dorfschaften waren verschwunden, 
Märkte und Städte ganz oder halb verwüstet, die Überlebenden in Noth und Elend. 
Die Kümpfe mit den Türken und aufständischen Ungarn berührten auch unser 
Ländchen. Türkische Horden schwärmten 1663 bis an die Grenze von Mähren und den 
Jablunkapaß; die Bevölkerung rüstete und verdiente sich die kaiserliche Zufriedenheit, 
die Stände Tescheus das Recht, eine eigene Fahne führen zu dürfen. Der Aufstand Tökölyis
	        
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