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führte 4000 Kurutzen unter Petröczy über Seipusch nach Bielitz, das sie 1682 plünderten.
Johann Sobieski, König von Polen, marschirte 1683 über Troppau zum Entsätze von Wien.
In den folgenden Jahren zogen kurbaierische, sächsische und brandenburgische, schwedische,
dänische und irische Hilfsvölker durch unsere Gebiete zum Kampf wider die Türken.
Mehr als diese Truppenzüge belästigte die Bevölkerung die Gegenreformation, die
nach 1648 wieder in Angriff genommen ward. Aber schon in den letzten Zeiten Leopolds I.,
mehr noch unter Josef I. stumpften materielle Interessen den Verfolgungseifer ab, auch
zeigte sich der Beamtenstand weniger geneigt das willfährige Werkzeug geistlicher Eiferer
zu sein. Kaiser Josef I. schloß 1707 mit Karl XII. von Schweden die Altranstädter Con
vention, kraft welcher den Protestanten Schlesiens nebst anderen Zugeständnissen sechs
Gnadenkirchen bewilligt wurden. Eine erhielt Teschen, wo 1709 der Grund zur Jesus
kirche und Schule gelegt wurde. Außer dem evangelischen Gymnasium bestanden die der
Jesuiten in Troppau (1630), in Teschen (1711) und der Piaristen in Freudenthal (1731).
Karl VI. übertrug 1722 das Herzogthum Teschen auf den Herzog Leopold von
Lothringen, von ihm ging es 1731 auf dessen Sohn, den Gemal Maria Theresia's,
und 1765 auf Kaiser Josef II. über. Die Kaiserin brachte das Herzogthum mit
Zustimmung sämmtlicher Lehenswärter käuflich an sich und übergab es ihrer Tochter
Maria Christine, deren Gemal dem Prinzen Albert von Sachsen und ihren männlichen
Nachkommen. Der Vorbehalt des Heimfalls an die Krone wurde 1791 durch das Zuge-
ständniß an die Lehensträger aufgehoben, zu Gunsten des Erzherzogs Karl testiren zu
können. So kam das Herzogthum an den Helden von Aspern, 1847 an den Sieger
von Custozza. Die Minderstandesherrschaft Friedek war nach mehrfachem Wechsel an den
Herzog von Teschen, Freistadt an die Grafen von Larisch, Bielitz, von Maria Theresia zur
freien Standesherrschaft, zum Fürstenthum, schließlich zum Herzogthum erhoben, für kurze
Zeit an den Grafen Friedrich Wilhelm von Haugwitz, dann an die Sulkowski
gekommen. Jener hatte sich als Minister der Kaiserin für alle inneren Angelegenheiten
das volle Vertrauen Maria Theresia's erworben. Freudenthal, das nach dem Fall des
Winterkönigs an Heinrich von Wrbna gekommen war, wurde dem deutschen Orden
eingeräumt, dessen Hoch- und Deutschmeister seit mehr denn hundert Jahren dem Herrscher
hause angehören; seit Kurzem steht Erzherzog Eugen an der Spitze des Ordens.
Nach Karls Heimgang rüstete halb Europa gegen seine Tochter Maria Theresia. Ihr
gefährlichster Gegner war Friedrich II. von Preußen, der Ansprüche seines Hauses auf etliche
schlesische Herzogthümer, so auch auf Jägerndorf erhob. Er kehrte in den drei schlesischen
Kriegen seine Waffen gegen Österreich. Im ersten besetzten die Preußen Troppau und Teschen
bis zum Paß von Jablunkau; sie zogen sich wieder zurück, nahmen aber bald darauf das
Troppauer Gebiet abermals ein. Im zweiten war es wiederholt der Tummelplatz von