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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Die  Bergmännlein  und  die  Fenesleute  tragen,  wie  Zwerge  überhaupt,  unsichtbar
machende  Kappen,  Nebelkappen.  Davon  erzählt  eine  Sage.  Einst  bekam  ein  Holzhacker
Durst  und  trank  aus  der  nahen  Waldquelle.  Da  trat  ein  Fenesmännchen  an  ihn  heran  und
bat  um  einen  Trunk  Wasser.  Bereitwillig  gab  ihm  der  Holzhacker  zu  trinken.  Da  sprach  das
Männchen:  „Wie  soll  ich  dich  dafür  belohnen?  Komm'  mit  mir  zur  Pomsdorfer  Hochzeit!"
„Was  würden  die  Leute  sagen,"  entgegnete  der  Holzhacker,  „wenn  ich  hinkäme,  ich  bin
ja  dort  ganz  fremd."  Das  Fenesmännchen  antwortete:  „Dafür  werde  ich  schon  sorgen;
hier  hast  du  eine  Kappe,  mit  welcher  du  dich  unsichtbar  machen  kannst;  doch  hüte  dich  zu
lachen,  wenn  wir  dort  sind,  sonst  könnte  es  dir  schlimm  ergehen."  Nun  gingen  sie  miteinander ­
  dem  Hochzeitsorte  zu  und  stellten  sich  dort,  jeder  mit  der  Nebelkappe  auf  dem
Kopfe,  zur  Stubenthüre.  So  oft  Speisen  an  ihnen  vorübergetragen  wurden,  nahmen  sie
davon  und  aßen.  Als  die  Aufwärter  wiederholt  ausgeleerte  Schüsseln  auf  den  Tisch
setzten  und  die  Hochzeitsgäste  darüber  sich  verwunderten,  lachte  der  Holzhacker  laut  auf.
Sofort  riß  ihm  das  Männchen  die  Kappe  vom  Kopfe,  und  der  nun  sichtbare,  auf  der
That  ertappte  Speisedieb  mußte  sich  von  den  Hochzeitsgästen  eine  Tracht  Schläge  als
Nachkost  gefallen  lassen.
In  Brunnen,  Flüssen  und  Teichen  haben  Wassermänner  mit  ihren  Familien
ihren  Wohnsitz.  Sie  gelten  als  Nachkömmlinge  der  verstoßenen  Engel,  die  statt  in  die
Hölle  in  das  Wasser  gesprungen  seien.  Nach  der  Volksphantasie  sind  sie  etwas  kleiner  als
gewöhnliche  Menschen  und  haben  an  den  Kleidern  einen  etwa  drei  Finger  breiten  nassen
Saum.  Der  Älteste  von  ihnen  zeichnet  sich  durch  ein  grünes  Röckchen  und  ein  rothes
Käppchen  mit  grüner  Bräme  aus.  Ihre  Wohnungen  am  Grunde  der  Teiche  sind  groß
und  schön,  mit  prächtigen  Gärten  umgeben.  Mit  den  nahe  gelegenen  Ortschaften  stehen  sie
insofern  im  Verkehr,  als  sie  ihren  gesammten  Nahrungsbedarf  von  ihnen  beziehen.  Auch
an  den  Unterhaltungen  derselben  bei  Musik  und  Tanz  nehmen  sie  häufig  Autheil.
Der  Feuermann  ist  nach  der  Meinung  des  Volkes  ein  koboldartiges  Wesen  mit
den  Umrissen  der  Gestalt  eines  Menschen,  etwas  geschwärzt  im  Gesicht  und  mit  feurigen
Augen.  Manchmal  gleicht  er  einem  Todtengerippe,  in  dessen  Innerem  eine  Feuersflamme
brennt.  Die  Bewegungen  der  Feuermänner  sind  sehr  schnell;  in  kurzer  Zeit  vermögen  sie
bedeutende  Strecken  zurückzulegen.  Es  sind  Seelen  von  Verstorbenen,  welche  die  Grenzsteine ­
  verrückten  und  zur  Strafe  dafür  nach  dem  Tode  herumirren  und  Erlösung  suchen.
Sie  schaden  den  Bösen,  indem  sie  dieselben  auf  Abwege  oder  in  Sümpfe  führen;  den
Guten  dienen  sie  als  trnglose  Wegweiser.  Ein  andächtiges  „Vaterunser",  während  des
Geleites  gebetet,  auch  ein  „Vergelts  Gott"  nach  geleistetem  Dienste  kann  sie  erlösen.
Viel  verbreitet  im  Lande  sind  Sagen  vom  gespenstigen  Alp,  der  die  Menschen  im
Schlafe  belästigt;  von  Drachenhühnern,  die  auf  Kornböden,  in  Ställen  und  Scheunen
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