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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Strohschauben;  heutzutage  besteht  das  Dach  fast  durchwegs  aus  Schieferplatten  oder
Ziegeln.  Auf  dem  Dache  wird  in  einem  Gefäße  der  Donnerbart,  die  dem  Donar  heilige
Hauswurz,  gepflanzt  zum  Schutz  gegen  Blitzschlag  und  gegen  Unglück  überhaupt.
Das  Ansgeding-  oder  Auszugshaus  ist  im  Allgemeinen  ebenso  angelegt  und
eingerichtet  wie  das  Bauernhaus,  nur  ist  hier  alles  in  kleinerem  Maßstabe.  Es  hat  kein
Stockwerk,  überhaupt  nie  mehr  als  zwei  Wohnräume  mit  einem  Gewölbe.  Der  an  das
Ausgedinge  sich  anschließende  Schoppen  ist  an  der  Seite  des  Hofes  ganz  offen,  nur
Holzfäulen  stützen  das  Dach.  Er  dient  zur  Aufbewahrung  der  Wagen  und  der  Ackergeräthschaften.
  In  seinem  Dachraume  findet  auch  ein  Theil  der  Heu-  und  Strohvorräthe
Aufnahme.  Die  Scheune  ist  entweder  aus  Fachwerk  aufgeführt  oder  aus  Schrotbalken
gezimmert,  das  Dach  mit  Stroh  gedeckt.  Die  Einfahrt  kann  von  zwei  Seiten  vor  sich  gehen.
Während,  wie  wir  gezeigt,  das  Bauernhaus  mehrere  Räume  aufzuweiseu  hat,  ist
die  ganze  Anlage  des  „Gärtlerhauses"  viel  einfacher.  Die  Gärtlerstelle  umfaßt  in  der  Regel
nur  ein  Gebäude,  das  in  der  Straßenfront  die  Wohnung  enthält.  Unmittelbar  daran
schließt  sich  der  Kuhstall  und  an  diesen  die  kleine  Scheune.
Noch  beschränkter  ist  der  Häusler  in  seinem  Hause;  er  besitzt  außer  den  für  ihn  und
und  einen  Jnmann  knapp  zureichenden  zwei  Wohnungsräumen,  die  bisweilen  nur  zur  Noth
vor  den  empfindlichsten  Einwirkungen  der  Kälte,  Nässe  und  Stürme  Schutz  gewähren,
wenn  es  gut  geht,  noch  einen  Stall  für  eine  Kuh  und  eine  Ziege.
Spuren  architektonischer  Schönheiten  in  und  an  diesen  alten  Gebäuden  gibt  es  nicht,
es  wäre  denn,  daß  die  Rücklehne  der  Schemel,  die  Geländer  und  Säulen  der  Altane,  einigen
Sinn  für  eine  gefällige  Form  verrathen.  Die  Läden,  womit  die  kleinen  Fenster  geschlossen
werden,  sowie  jene  Läden,  welche  zur  Aufbewahrung  von  Kleidern  und  Wäsche  dienen,
weisen  die  einzigen  in  unserem  Hause  vorkommenden  Maleranfänge  auf.  Man  gebraucht
hierzu  grelle  Farben,  besonders  roth  und  blau.  Im  Übrigen  trägt  an  den  Gebäuden  Alles
den  Stempel  der  Zweckmäßigkeit  und  Nützlichkeit.
Ein  wichtiger  Theil  des  Bauernhofes  ist  schließlich  ein  seiner  Größe  entsprechender
Garten.  Bei  größeren  Grundbesitzern  theilt  er  sich  in  den  Obstgarten,  zugleich  Grasgarten,
in  den  Gemüsegarten  und  in  den  Blumengarten.  Der  erstere  namentlich  ist  dem  Besitzer  ans
Herz  gewachsen.  Besonderen  Werth  legt  man  dem  gebackenen  Obste  bei.  Es  ist  erstaunlich,
welche  Obstvorräthe  man  auf  dem  Boden  des  schlesischen  Landwirthes  oft  angehäuft  findet.
Läden  und  Truhen  sind  damit  angefüllt,  so  daß  durchs  ganze  Haus  der  eigenthümliche
Geruch  des  Backobstes  zieht.  Diese  Vorräthe  sind  neben  den  Vorräthen  an  Leinwand  und
Flachs  der  Stolz  der  Hausfrau  und  zeugen  von  der  Wohlhabenheit  des  Hauses.
In  der  Nähe  des  Obstgartens  finden  wir  den  Gemüsegarten.  An  diesen  schließt
sich  der  Blumengarten  an,  doch  ist  dieser  häufig  abgesondert  an  der  Giebelseite  des  Hauses,
            
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