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der Lachin aus der Friedecker Gegend die schönen Formen auch zur Geltung gelangen,
mag auch das Kopftuch den üppigen Haarwuchs verhüllen. Die Modestoffe der Lachinnen
sind zur Zeit vorwiegend aus dunkelblauem bedruckten Kattun, und während die Walachin
elastisch und selbstbewußt einherschreitet, läßt sich in der Erscheinung der Lachin eine
gewisse Bescheidenheit und Schüchternheit nicht verkennen.
Die Tracht der männlichen Walachen und Lachen ist nicht wesentlich verschieden.
Unter dem „Kamizol", einer kurzen schoßlosen Jacke, tragen sie eine Weste (brrmlek) aus
dunklem, meist dunkelblauem Tuche. Hohe Stiefeln und ein nicht allzu breitkrämpiger Hut
(kmpelus?, klobull), der sich nach oben wie eine Glocke abrundet, vervollständigen ihren
Kleiderstaat. Im Winter tragen sie einen dunkelblauen Radmantel mit einem Doppelkragen,
eine dunkle Hose, den Kopf schützt eine tiefsitzende Mütze. Leider beginnt die bisherige
Tracht der Lachen zu schwinden, um der allgemeinen Kleidung Platz zu machen, welche
durch den Zuzug von fremden Arbeitskräften in die in der Lachengegend gelegenen
Kohlenbergwerke immer mehr Verbreitung findet.
Dagegen werden die Goralen, Bewohner des schlesischen Beskydengebirges, deren
Sprache vorwiegend die polnische ist, wahrscheinlich noch Jahrhunderte lang schon aus
dem einfachen Grunde ihrer alten Tracht treu bleiben, da die Herstellung derselben mit
unbedeutenden Kosten verbunden ist und es selten in der Welt ein so armes Volk gibt,
wie es die schlesischen Goralen leider thatsächlich sind.
Die frische Bergluft, die den Goralen im Gebirge umweht, kräftigt zwar seine
Gesundheit und verleiht seinem Körper jene wunderbare Frische und Elasticität, welche
den Neid des Flachländers erregt, aber außer dieser Bergluft und dem besten Gebirgs-
wasser sind ihm wenige andere Genüsse der Welt vergönnt; der schlechte Boden in der
gebirgigen Gegend macht die Speisekarte des Goralen zu einer sehr einfachen und monotonen:
Milch und Erdäpfel oder Erdäpfel und Kraut. Oft vergehen Monate, während welcher
in der Goralenhütte kein Kornbrot gesehen wurde (vom Fleisch wollen wir gar nicht reden)
und dabei muß der Goral fleißig und anstrengend arbeiten. Es gibt wohl unter den Goralen
auch einzelne Ausnahmen, und zwar bei den Grundwirthen, denen größere Complexe gehören.
Dort steht man früh zwischen vier und fünf Uhr auf, die Männer besorgen Stall und
Scheuer, die Mägde betreuen das Vieh und die Hausfrau kocht bis in die neunte Stunde
das Frühstück, roeto das Hauptmahl. In der zehnten Stunde erst tritt man an den großen
Tisch, man speist Kraut und Erdäpfel aus monumentaler Schüssel, die unbewaffnete Linke
wird der Kartoffel gerecht, die Rechte führt den Löffel zum Kraut. Mit gekochter Milch
wird geschlossen. Mitunter glänzt im Wechsel des Küchenzettels zum ersten Gang ein
kräftiger Gerstensterz — auch übergossene Erdäpfel. Sonntags, aber auch an diesem
Tage nicht immer, steht Fleisch, meist Schweinefleisch, auf dem Menu. Mit Kraut und