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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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nreinfachem Können. Nur auf der einen Portalthür ist eine flotte Holzrosette angenagelt, 
die irgend ein Italiener aus dem XV!!. Jahrhundert mit oirtnoser Hand gebildet. Reicher 
ist das eine der Südportale an der Kirche in dem benachbarten Barzdorf gestaltet, an 
der überhaupt das gothische Element bereits stärker hervortritt; der Entstehung nach ist 
sie das jüngste unter den drei genannten Gotteshäusern, für welche als Bauzeit die erste 
Hälfte des XIII. Jahrhunderts angenommen werden muß. 
Haben die romanischen Ideen in Cnltur und Kunst um die Wende des XII. Jahr 
hunderts von den mit Italien und Frankreich im Zusammenhang stehenden Johannitern 
in dem noch slavischen Osten ihren Ausgangspunkt, so begleitet von der Mitte des 
XIII. Jahrhunderts an die Brüder des deutschen Ritterordens die deutsche Besiedlung 
dieser Gegenden, und mit ihrem Wirken beginnt die Gothik. Ein bedeutsames Werk dieses 
Stils steht an dem Orte, wo der Orden seine letzte Comthurei im Lande noch erhalten hat; 
es ist der ernste Rohziegelbau der Pfarrkirche von Maria Himmelfahrt in Troppau. 
Sie bildet einen vorgeschobenen Posten der Backsteinbauten des Oderlandes, für welche die 
Bauschule Breslau's der Ausgangspunkt ist. Allmälig entstanden, umfaßt sie anderthalb 
Jahrhunderte Geschichte der Macht und des künstlerischen Wollens des Ordens. Die 
Spätgothik, die mit dem Auftreten der Luxemburger in Schlesien einzieht, hat den Bau 
gezeitigt. Von den zwei Thürmen an der Westseite baut sich der nördliche in vier Geschahen 
auf, von welchen das letzte an seinen drei freien Seiten von je zwei großen Fenstern 
durchbrochen ist. Ihre reich gegliederten Gewände, vor Allem aber das gleichfalls uns 
Ziegeln hergestellte Maßwerk niit dem zierlichen Fünfpaß verdienen gerechte Bewunderung. 
Darüber bricht der Thurm ab, ohne Bedachung sein zinnenartig zerbröckeltes Manerwerk 
allem Wetter preisgebend. Wohl ist der Thurm, dessen Entstehung um die Mitte des 
XIV. Jahrhunderts fällt, dem späteren Kirchenban organisch eingegliedert, aber der 
künstlerische Geist hat sich verändert, vergröbert.- Sein weit über ein Jahrhundert jüngeres 
Gegenüber ist ein starr und schmucklos anfsteigendes vierseitiges Prisma; kaum sind die 
Stockwerke darin — fünf an der Zahl — durch schmale Simse gegliedert, die Ecken sind 
von Ortsteinen eingefaßt. Über dem abgeschrägten letzten Stockwerk erhebt sich die achteckige 
Glockenstnbe, deren spitzbogige Fenster ursprünglich die Mauer der Länge nach öffneten. 
Die Einstellung hoher Brüstungen, den Putz, die an den Ecken zusammenstoßenden Pilaster 
sowie die Kuppel hat erst das XVIII. Jahrhundert dazu- und daraufgethan. Beide Thürme 
verbindet bis ans Ende des vierten Geschoßes die Abschlnßmauer des Hauptschiffes, 
worauf dieselbe in einem niedrigen Giebel endigt, aus dem sich langgestreckte Fensterblenden 
herabsenken. Die unter dem hohen Chorfenster ansetzende, sich stark herausbauende Vorhalle 
mit hohem, weitem, einfach gestaltetem Portal, von außen architektonisch verwahrlost, 
bewahrt im Innern ein sehr bemerkenswerthes Netzgewölbe. Das Innere der Kirche selbst,
	        
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