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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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mußten  nicht  nur  die  Hütten,  sondern  auch  die  Bergbaue  mit  ihren  armen,  absätzigen  Erzen
hinsiechen;  es  hätten  sich  nur  jene  erhalten  können,  welche  in  der  Lage  gewesen  wären,
ihre  Erze  einer  nahegelegenen  Hütte,  deren  Betrieb  auf  die  Verwendung  von  mineralischen
Brennstoffen  gegründet  war,  zuzuführen.  Da  diese  Vorbedingung  fehlte,  waren  sämmtliche
Eisensteinbergbaue  des  Sudetenrevieres  gezwungen,  ihren  Betrieb  ohne  Hoffnung,  denselben
in  absehbarer  Zeit  wieder  aufleben  zu  sehen,  einzustellen.
Für  die  Eisensteinbergbaue  des  sogenannten  Karpathenrevieres  in  den  politischen
Bezirken  Teschen  und  Bielitz  war  jedoch  die  erwähnte  Existenzbedingung  vorhanden  und
sie  konnten  sich  daher  erhalten,  trotzdem  die  Erze  dieses  Revieres  —  Sphärosiderite  —,
ebenfalls  sehr  arm  und  in  ihrem  nester-  und  lagerförmigen  Vorkommen  absätzig  sind.
Die  derzeit  im  Betriebe  stehenden  fünf  Bergbau-Unternehmungen  sind  im  Besitze  Seiner
kaiserlichen  Hoheit  des  Herrn  Erzherzogs  Friedrich  und  erzeugten  im  Jahre  1891  mit
nicht  ganz  100  Arbeitern  noch  51.000  Meterceutner  Eisenerze,  welche  zum  größten  Theile
in  den  eigenen  Eisenwerken  zur  Verhüttung  gelangten.  Die  Gewinnung  dieser  Erze
findet,  wie  es  den  gegebenen  Verhältnissen  entspricht,  ohne  irgend  welche  maschinelle
Einrichtungen  zur  Förderung  und  Wasserhaltung  statt.  Die  gesammte  Fläche  der  auf
Eisensteine  in  Schlesien  verliehenen  Grubenfelder  beträgt  nur  570  Hektar.
Der  Steinkohlenbergbau,  welcher  durch  seine  Entwicklung  mit  zum  Niedergange
des  Eisensteinbergbaues  beigetragen  hatte,  hat  sich  in  Schlesien  seit  etwas  mehr  als
100  Jahren  zu  großartiger  Blüte  entfaltet.  Der  größere  Theil  des  Ostrau-Karwiner
Revieres  —  siehe  „Bergbau  Mährens"  -  liegt  in  diesem  Kronlande.  Von  hier  aus  hat
sich  der  Bergbau  dieses  Revieres  entwickelt,  denn  auf  die  im  Burnia-Thale  bei  Polnisch-Ostrau
  zu  Tage  ausbeißenden  Steinkohlenflötze  wurden  im  achten  Jahrzehnt  des  vorigen
Jahrhunderts  die  ersten  Muthungen  eingelegt.  Dieselben  wurden  kurz  darauf  vom
Grafen  Wilczek  erworben  und  bilden  den  Grundstock  des  heute  so  entwickelten  Bergbaues
daselbst.  Dieser  Bergbau  hat  infolge  seines  Alters  alle  Stadien  der  Entwicklung  vom
Handbetriebe  zum  Pferdegöppel,  vom  Pferdegöppel  zur  Dampfmaschine  mit  mehreren
hundert  Pferdestärken  durchgemacht.  An  die  Stelle  der  Stollen  und  seichten  Schächte
auf  den  Ausbissen  traten  große  Förderschachtanlagen,  welche  Millionen  von  Metercentnern
  Steinkohle  jährlich  zu  Tage  fördern;  der  Wasserkübel  des  alten  Betriebes
ist  durch  großartige  Wasserhaltuugsmaschinen  ersetzt,  der  Feuerkorb  und  der  Wetterfocher
durch  gewaltige  Ventilationsmaschinen.  Um  ein  Bild  der  Entwicklung  des  Betriebes  der
Steinkohlenbergbaue  des  schlesischen  Theiles  des  Ostrau-Karwiner  Revieres  im  Jahre
1891  zu  geben,  sei  erwähnt,  daß  41  große  Dampfmaschinen  mit  5000  Pferdekrüften
und  30  Lufthaspeln  für  die  Förderung  zur  Verfügung  stehen,  46  mit  Dampf  und
20  mit  gepreßter  Luft  betriebene  Wasserhaltungsmaschinen  von  5000  Pferdekrüften  die
            
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