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Kaltwasser-Heilverfahrens in dankbarer Verehrung setzen ließen. Auf dem von Freiwaldau
nach Gräfenberg führenden Wege fallen dem Spaziergänger sofort zwei Tafeln auf mit
den Inschriften: „Glück auf!" und „Sie müssen Geduld haben!" Von letzterer nicht weit
entfernt steht die von den Franzosen gesetzte große Granitpyramide mit der Inschrift:
,.^u AMio cko I'sM kroicka." Auf dem herrlichen Fußwege um die Koppe an der gegen
Freiwaldau gelegenen Seite erhebt sich das von den Ungarn mit bedeutendem Kosten
aufwands aufgeführte Monument, ein Sockel aus Granit, auf dem sich die lebensgroße
Figur eines Löwen befindet. Dasselbe entstammt dem Atelier des berühmten Künstlers
Schwanthaler und trägt in ungarischer Sprache folgende Inschrift: „Als der Mensch in
seinem Stolze das Wasser, den Trank, der ihm mit dem Thiere gemein, zu verschmähen
begann, ward er früh alt und hinfällig. Prießnitz gab zurück dem Wasser seine Macht
und mit neuer Kraft ersteht das Menschengeschlecht. Die die Verdienste Prießnitz' als
des Wohlthäters der Menschheit im Tode noch würdigenden Ungarn bringen an den
lebensfrischen Quellen von Gräfenberg den Söhnen späterer Jahre aus dem Vaterlande
ihre Grüße dar. 1839 und 1840." Das Prachtvolle böhmische Monument an der
Promenade zeigt die lebensgroße Figur der Hygiea, der Göttin der Gesundheit, verfertigt
von dem Bildhauer Myslbek in Prag. Die Reversseite des Postamentes trägt folgende
Inschrift: ,I§ack voäu rue! 2 voll/ vMilr, 2 voä^ v/rüst, — vocka leöivo Livirö —
Uriesriitr: öckarne Lyrml — Dlmlos mouclko 00 trmil." (Wasser vor allem! Aus Wasser
kam Ursprung, Wachsthnm und Heilkraft. Was Thales geahnt, Prießnitz hat es glücklich
vollbracht.) In einem schönen Fichtenwäldchen steht über einer klaren Gebirgsqnelle das
Marmordenkmal preußischer Curgäste, welches in goldenen Lettern folgende Widmung trägt:
„Dem unsterblichen Prießnitz die dankbaren Preußen 1846." In der Nähe der Prieß-
nitz'schen Gruft befindet sich das von den Polen gewidmete Monument: »Uolslrie Lröälo."
Das schöne Gräfenberg, „die Perle Schlesiens", macht auf jeden Fremden einen
sehr freundlichen Eindruck; und wie könnte es auch anders sein! Besitzt doch Gräfenberg nicht
blos prachtvolle Villen, sondern auch einen prächtigen Wald mit einer großen Zahl
gut gepflegter Wege, welche den Besucher Gräfenbergs zu mannigfachen Spaziergängen
einladen, von denen in erster Linie der Weg um die Prießnitzkoppe genannt zu werden
verdient.
Von diesem Wege aus sieht man die ersten Sudetenhöhen, von welchen ein
genußreiches Panorama sich dem Auge erschließt, im Westen den Schneeberg oder die
Hochschar, ferner den Kepernik, im Südwester, den Dreh- oder Mittagberg, im Süden
den Riesen des Gesenkes, den Altvater. Im Norden verliert sich der Blick in der schier
unbegrenzten preußischen Ebene, in welcher einzelne Dörfer und Schlösser inselartig sich
abheben. Dazu kommen noch die verschiedenen Promenaden längs des Quellengebietes.