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Die Angelegenheiten des Curortes werden non einer nenngliederigen Commission
besorgt, deren Vorsitzender der jeweilige Bürgermeister von Freiwaldau ist und als deren
Executivorgan der Curcommissär fungirt. Gräfenberg hat nicht, wie viele andere Badeorte,
eine fixe Badesaison, sondern ist ein Curort, in welchem die Kranken sich zu jeder Jahres
zeit der Cur unterziehen können; infolge dessen finden wir in dem schonen Grafenberg,
wo der Sommer nicht zu heiß und der Winter nicht zu kalt ist, Cnrgüste das ganze Jahr
hindurch. Bis auf den heutigen Tag hat Gräfenberg seinen Ruf als Curort auf das
glänzendste bewährt und dazu beigetragen, den Ausspruch des griechischen Philosophen zu
bewahrheiten: oScap".
Nächst Gräfenberg ist Karlsbrunn der bedeutendste Curort Schlesiens. Karls
brunn ist am Fuße des Altvaters in einem romantischen, rings mit Gebirgen umsäumten,
waldumranschten Thale in einem Moorgrunde gelegen, an dessen Grenzen die eisenhültigen
Säuerlinge hervorquellen, denen der Curort seine Entstehung verdankt.
Derselbe war ursprünglich blos unter dem Namen „Hin- und Wieder" bekannt, an
welche Bezeichnung heute noch der nördlich von Karlsbrunn befindliche Hin- und
Wiederstein erinnert. Neben der reizenden Lage des Thales sind es vornehmlich die
Mineralquellen mit ihrem reinen, krystallhellen Wasser und die frische, mit dem balsamischen
Dufte der Nadelwaldungen erfüllte Luft, welche Karlsbrnnn zu einem sehr besuchten
Cnrorte gemacht haben, der in beständiger Entwicklung begriffen ist.
Der Sage nach soll ein frommer Einsiedler an der Stelle, wo jetzt Karlsbrnnn sich
befindet, in der Waldwildniß eine Kapelle zu Ehren des heiligen Hubertus errichtet haben,
welcher auf das inbrünstige Gebet des Eremiten eine Quelle hcrvorsprudeln ließ, die
bald ihre Heilkraft bewährte. Auch der damalige Hoch- und Dentschmeister'sche Statthalter
von Freudenthal, Freiherr von Riedheim, welcher einst auf der Jagd in dieser Wildnis;
den rechten Pfad verfehlte und mehrere Tage umherirren mußte, wurde in hilfloser Lage
von dem frommen Einsiedler aufgefnnden und durch die sorgfältige Pflege desselben,
sowie durch den Genuß des kräftigen Wassers in kurzer Zeit geheilt. Der Ruf der Quelle
verbreitete sich rasch, und von nah und fern strömten Leute herbei, die Wunderkraft der
Quelle zu erproben. Der Teufel indeß, welchen dieses Werk verdroß, beschloß, das Bad
sammt den Menschen zu vernichten, und als das Zerstörungswerk mit Wassergewalt nicht
gelingen wollte, weil infolge des sehr bedeutenden Gefälles das Wasser, welches die ganze
Umgebung überschwemmen sollte, die gewünschte Wirkung nicht hervorrief, nahm er einen
riesigen Felsblock und schleuderte ihn gegen das Kirchlein, in welchem die Gemeinde
gerade beim Gottesdienste versammelt war. Allein derselbe verfehlte sein Ziel und fiel in
der Nähe der Kirche nieder, wo er noch heute liegt und unter dem Namen „Hin- und
Wiederstein" bekannt ist, angeblich weil die Leute hin und wieder kamen, um diesen Stein
Schlesien. ^