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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Österreich-Ungarn,  dann  in  Deutschland,  Rußland,  Norwegen,  Spanien,  Italien,
England,  Rumänien,  in  der  Türkei  und  im  Occupationsgebiete  abgesetzt.  Die  Jägerndorfer
Orgeln  stehen  den  gleichartigen  ausländischen  Erzeugnissen  in  keiner  Beziehung  nach.
Die  Industrie  Schlesiens  in  Marmor-,  Granit-  und  Sandsteinwaaren  ist
eine  sehr  umfangreiche.  Marmorbrüche  befinden  sich  im  Freiwaldauer  Bezirke  in  den
Gemeinden  Saubsdorf,  Groß-Kunzendorf,  Ober-  und  Nieder-Lindewiese,  ferner  in  den
Gemeinden  Alt-Kaltenstein  und  Setzdorf  des  Weidenauer  Bezirkes.  Der  schlesische
Marmor,  zumeist  von  grauer,  seltener  von  weißer  und  blauer  Farbe,  wird  vorzugsweise
zu  Säulen,  Ornamenten,  Tischplatten,  Grabsteinen,  Monumenten,  Schriftentafeln,
Gesimssteinen  u.  s.  w.  verwendet  und  findet  sein  Absatzgebiet  nicht  nur  in  Schlesien,
sondern  in  den  meisten  Kronländern  der  österreichischen  Monarchie.  Größere  Werkstätten
zur  Verarbeitung  von  Marmor  haben  wir  in  den  genannten  Gemeinden,  ferner  in  Trvppau,
Jägerndorf  und  Zuckmantel.  Marmorwaarcn  werden  auch  nach  Deutschland  exportirt.
Die  ausgedehnten  Granitlager  im  Weidenauer  Bezirk  liefern  ein  vorzügliches
Gestein,  das  für  gewöhnliche  und  Kunstbauten,  häufig  auch  für  Denkmäler  verarbeitet
wird.  Der  gewonnene  Granit  wird  theils  im  Jnlande  verkauft,  theils  nach  Preußen
verfrachtet.
Sandsteine  werden  im  Bennischer  Bezirk  bei  Naase,  dann  im  Troppauer  und
Jablunkauer  Bezirk  gebrochen  und  zu  Quadern,  Mühlsteinen,  Gesimsen,  Säulen,  vorzugsweise ­
  aber  zu  Bauzwecken  verwendet.  Der  älteste  Sandsteinbruch  dürfte  jener  von  Raase
bei  Vermisch  sein,  der  schon  über  800  Jahre  besteht.  Mühlsteine  erzeugt  Oderberg.
Ferner  sei  hier  noch  an  die  mächtigen  Kalklager,  insbesondere  jene  von  Setzdorf  und  die
dortselbst  schwunghaft  betriebene  Kalkindustrie  erinnert,  die  in  Setzdorf  allein  vier  große
Kalkbrennereien  mit  sieben  Ringöfen  anfweist.  Nahezu  vier  Fünftel  des  gewonnenen
Kalkes  (Bau-  und  Weißkalk)  werden  nach  Deutschland  ansgeführt.  Die  vor  Kurzem  eröffnete
Bahn  Lindewiese-Heinersdorf  wird  voraussichtlich  auf  die  dortige  Kalkindustrie  eine
befruchtende  Wirkung  üben  und  dazu  beitragen,  die  Kalkgewinnungsstätten  im  nordwestlichen ­
  Schlesien  concurrenzfähiger  und  rentabler  zu  machen.
Sehr  reich  ist  die  Ausbeute  an  Schiefer.  In  Schlesien  bestehen  ganze  Landstriche
aus  einem  vorzüglichen  Thonschiefer,  dessen  Fundorte  das  Wigstadtler  und  Bennischer
Plateau  bilden.  In  mehreren  Gemeinden  dieses  Gebietes  sind  seit  einer  langen  Reihe
von  Jahren  sehr  ergiebige  Schieferbrüche  im,  Betriebe,  in  denen  ein  Schiefer  von
vorzüglicher  Qualität  gefunden  wird,  der  als  Dachschiefer  Verwendung  findet.
Besonders  interessant  ist  der  Schieferbruch  von  Budisovic.  Dort  wird  sandfreier
Schiefer  gefunden,  der  sich  wegen  seiner  geringen  Spaltbarkeit  zu  gewöhnlichen  Schieferplatten ­
  nicht  eignet  und  infolge  dieses  Umstandes  eine  Bearbeitung  erfährt,  wie  man  sie
Schlesien.

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