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und Skotschau. Außerdem besteht in Schlesien eine ganze Reihe von Fachschulen, und zwar
für die Textilindustrie: die k. k. Fachschulen für Weberei in Jägerndorf, Bennisch und
Freudenthal, sowie die Webeschule in Bielitz. Zur Förderung der holzverarbeitenden
Gewerbe wurde die Holzindustrieschule zu Würbenthal und zur Hebung der Korbflechterei
die Korbflechtschulen zu Hillersdorf und Oderberg errichtet. Den Zwecken der Steinindustrie
dienen die Landesfachschule für Marmorindnstrie in Saubsdorf und jene für Granitindustrie
in Friedeberg.
Commercielle Bildung vermitteln die schlesische Handelsschule in Troppan und die
kaufmännischen Fortbildungsschulen in Troppau und Teschen. Auch bestehen an den
gewerblichen Fortbildungsschulen in Freiwaldau, Jägerndorf, Bennisch und Wagstadt
commercielle Abtheilungeu. Höhere gewerbliche Ausbildung bietet die k. k. Staatsgewerbe
schule in Bielitz.
Handel und Verkehr. Der Waldreichthum Schlesiens bedingt einen ausgedehnten
Handel mit Brenn- und Werkholz. Was die Producte der Landwirtschaft und Viehzucht
betrifft, so ist vor allem der in den größeren Städten des Landes in ausgedehntem Maße
betriebene Getreidehandel hervorzuheben, und nehmen die Marktorte Troppau, Teschen,
Bielitz, Jägerndorf und Freudenthal auf die Preisstellung des Getreides einen mehr
oder weniger bestimmenden Einfluß. Nicht unbeträchtlich ist außerdem der Handel mit
Hülsenfrüchten und der Samenhandel. In nennenswerther Ausdehnung wird auch der
Viehhandel betrieben.
Ebenso ist der Kohlenhandel in Schlesien von Bedeutung. Verhältnißmäßig groß
ist ferner auch der Colonial- und Specereiwaarenhandel. Troppau, welches in Colonial-
waaren namhafte Bezüge über Triest und Hamburg macht, ist in der Lage, mit diesen
Artikeln nicht nur die Detailhändler des westlichen Schlesien zu versehen, sondern auch
beträchtliche Waarenquantitäten an Mähren und Galizien abzugeben.
In Schlesien zählt man gegen 6000 Handeltreibende, und zwar zumeist mittlere
und kleinere Kausleute; der Großhandel liegt in den Händen einiger weniger, in den
größeren Städten des Landes etablirten Firmen. Im Allgemeinen werden Wolle und
Garne, überhaupt die verschiedensten Arten von Rohstoffen für industrielle Zwecke, sowie
Colonialwaaren nach Schlesien importirt, während sich der schlesische Ausfuhrhandel
vorzugsweise auf gewerbliche und industrielle Erzeugnisse erstreckt und erfreulicher Weise
immer niehr au Ausdehnung gewinnt.
Schlesien, ein lang gestrecktes Grenzland, von Deutschland durch hohe Zollschutz
mauern, vom Inland theilweise durch hohe Gebirge abgeschnitten und bis in die jüngste
Zeit durch wenig günstige Communicationsmittel mit dem Inneren des Reiches verbunden,
konnte trotz der größten Anstrengungen sich in commercieller Beziehung nur wenig entwickeln,