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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Mähren und Schlesien

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Letztere bestehen aus künstlich aufgeworfenen, oft sehr umfangreichen Erdhügeln üon 
kreisförmiger Basis und oft von ansehnlicher Höhe, von 3 bis 9 Meter, in welchen die nicht 
selten verbrannte Leiche nebst Gefäßen beigesetzt wurde, z. B. bei Bucovitz, Bochtitz, 
Kvasitz, Nebotein bei Olmütz und an mehreren Orten im Thaya- und Jglawathal, 
woselbst sich solche Hügel vvrfinden und theilweise noch der Untersuchung harren. Die 
häufigste Form ist die der Flachgräber, in welchen die Todten oft in bestimmten Reihen und 
Richtungen, bald von Nord nach Süd mit nach Ost gewendetem Gesicht (Kroman, 
Mönitz), bald von Südost nach Nordwest (Kunewald bei Gaya) bestattet wurden. In 
der Mehrzahl der Gräber finden sich Thongefäße (ein oder mehrere Exemplare) von 
verschiedener Form, oft gefüllt mit Knochenresten von Haus- und Jagdthieren, nicht selten 
mit kleinen Flußmuscheln. Man betrachtet diese thierischen Reste als Überbleibsel eines am 
offenen Grabe gehaltenen Todtenmales, nach welchem die mitgebrachten Gefäße und 
Werkzeuge (Steinmesser und dergleichen) in das Grab versenkt wurden. Als Liebesbeigaben 
erscheinen verschiedene Objecte, Schmuck und Waffen (Raigern), Thiergestalten (Obran) 
und Geräthe, Schlittknochen und dergleichen (Kroman und Znaim). Särge ans Stein 
(Sarkophage) und Holz fehlen in Mähren, doch deuten gebrannte Lehmstücke und Steine 
auf eine Auskleidung des Grabes, während die Körper mit feiner Erde und der Asche des 
Todtenmales bestreut wurden. Brandgräber oder Ustrinen, bei welchen die verbrannten 
Leichentheile zugleich mit Schmuck in Urnen, gruppen- oder kreisförmig angeordnet, bei 
gesetzt wurden, sind besonders im Marchthal von Müglitz über Olmütz bis Krcmsier und 
seltener uni Brünn (Obran, Borstendorf rc.) ausgefnnden worden. Sogenannte Dolmen 
oder Hünengräber finden sich in Mähren nicht. 
Die Frage nach den menschlichen Wohnsitzen in der neolithischen und Bronzezeit 
beantwortet sich dahin, daß zweifellos eine große Zahl unserer heutigen Städte und 
Ortschaften in Mähren an derselben Stelle oder in nächster Nähe einstiger prähistorischer 
Wohnorte erbaut worden sind, wie dies die zahlreichen im Schutt und Untergrund der 
selben vorfindlichen Objecte bezeugen. 
Brünn — das Ebnrodunum der Onadenzeit — Olmütz, Müglitz, Kremsier, Znaim, 
Kroman, Nikvlsbnrg, Mönitz und Gaya und viele andere Orte bezeichnen die Stellen 
einstiger prähistorischer Ansiedlungen. Zahllose andere Wohnsitze in den fruchtbaren 
Niederungen des südlichen und mittleren Mährens sind durch die später erfolgte reiche 
Besiedlung und Umgestaltung des Bodens fast unkenntlich geworden und verrathen sich 
nur durch die vielen Grabstätten. Die hie und da, so bei Klobouk, Lechvitz bei Znaim und 
andere, im Löß aufgefundenen künstlichen Gänge und Höhlen, Erdställe genannt, ver 
danken wie in: benachbarten Niederöstcrreich als Zufluchtsstätten im Kriege einer 
späteren Zeit ihre Entstehung. Entschieden als prähistorische Wohnsitze müssen jedoch in
	        
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