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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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drohten. Erst die eintretende Dämmerung veranlaßt den Beschauer, den Standpunkt 
zu verlassen und bei einem aufsteigenden Gewitter auf dem alten, schrecklich gepflasterten 
holprigen Bergwege hinab, wo heute die schöne neue Straße führt, den Gang nach Pinzolo 
zu beschleunigen. 
Wohl das Merkwürdigste an diesem Gebirge ist die sogenannte Bocca di Brenta, 
eine höchstens 6 Meter breite Querspalte in einem Felsen von 300 Meter Höhe, welche 
die Kette in einen nördlichen und südlichen Theil trennt. In der Benennung der höchsten 
umgletscherten Gipfel südlich und nördlich von dieser Spalte herrschte lange Zeit Ver 
wirrung und streit' die Tridentiner Alpinisten, hier besonders eifrig an der Arbeit, 
haben Ordnung zu schaffen gesucht und der höchsten Spitze südlich von der Bocca den 
Namen Cima Tosa (3.179 Meter), der nördlich von Bocca einfach den Namen Brenta 
Anerkannt, ^m Mai 1882 begab es sich, daß einer der Felsenthürme der Brenta seinen Halt 
verlor, aus einer Höhe von 200 Meter auf einen Vorsprung niederstürzte und von da 
zerkrachend und zerstäubend in die Tiefe des Val di Brenta sich so weit ausgoß, daß 
man jetzt mehr als anderthalb Stunden über das Getrümmer zu steigen hat. Zum 
Glück erfolgte dieser Felsensturz in einer dunkeln regnerischen Nacht, so daß Niemand 
Bocca di Brenta.
	        
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