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vornehmlich aus dem Walgan, die Schweizer in allen offenen Feldschlachten zu -vriesen,
bei Hard und vor Frastanz Sieger. Sie brandschatzten und unterwarfen sich fast das ganze
Land; nur die Veste Guttenberg im Liechtensteinschen, das strategisch wichtige Feldkirch
und Bregenz blieben nnbezwungen. An diesen Punkten fand die Landbevölkerung Stützen
zur Wiedererhebung, so daß im Frieden von Basel die Dinge hier zum früheren Stande
zurückkehrten.
Die Einsicht in das mangelhafte Vertheidigungswesen bewog Kaiser Maximilian
zur Errichtung einer ersten Landesvertheidigungsordnung durch die Stände seiner
„vier Herrschaften vor dem Arlberg" im Jahre 1511, was auf einem ersten Ständelandtag
geschehen sein dürste. Die waffenfähige Mannschaft vom 18. bis 60. Jahre
war zur Landesvertheidigung verpflichtet, im Ganzen damals 4.851 Mann. Hierzu stellte
Feldkirch allein 537 Mann. Wegen seiner Wehrfähigkeit hieß es im Volksmunde bald das
„Ofsiziersstädtchen" und das Gebiet von da abwärts zum Bodensee „das Landsknechtländle".
Mit Recht, denn Maximilian und seine Nachfolger bezogen für ihre zahlreichen
Kriege in Italien, gegen Frankreich, in Deutschland, den Niederlanden und in Ungarn
gegen die Türken keinen unbedeutenden Theil ihrer Fußtrnppen aus Vorarlberg, geführt
von den hochberühmten Hauptleuten aus dem Geschlechte derer von Ems: den Jakob,
Hans, Marx Sittich, Wolf Dietrich und Jakob Hannibal von Hohenems. Überhaupt
besteht die Geschichte Vorarlbergs im XVI. Jahrhundert wesentlich in der Stellung,
Bedeutung und in den Ruhmesthaten dieses Hauses im Dienste der Habsburger. Sie
bekamen daher fast alle Vogteien, Bregenz voraus, wovon Maximilians Nachfolger
Erzherzog Ferdinand I. 1523 auch die andere Hälfte angekauft hatte, nebst der
obersten Militärgewalt in ihre Hände, verschwägerten sich mit den vornehmsten Familien
Italiens, den Medici und Borromco, wurden 1560 von Kaiser Ferdinand in den Reichsgrafenstand
erhoben, kauften die Herrschaften Vaduz und Schellenberg an, stiegen auch
zu den höchsten Kirchenwürden empor, führten zu Hohenems und anderswo prächtige
Palastbauten in dem neuen von ihnen aus Italien eingesührten Stil der Renaissance ans,
ja Graf Kaspar von Hohenems, nach dessen Ableben 1640 es mit dem Hause schnell
abwärts ging, war sogar daran den Flecken Ems zur Stadt zu erheben, und nur der
drohende Ausbruch des dreißigjährigen Krieges scheint ihn daran gehindert zu haben.
Die Glaubensspaltung des XVI. Jahrhunderts, welche in der benachbarten
Schweiz bedeutend um sich griff, und der damit verbundene Bauernaufstand von 1525
hatten sich in Vorarlberg nicht wesentlich geltend gemacht. Wohl traten Zwinglianer,
Lutheraner, namentlich aber Wiedertäufer im Lande auf und vermochten die aufrührerischen
Allgäuer Bauern eine Erhebung zu Lingenau im Bregenzer Walde hervorzurufen.
Allein da die Anhänglichkeit am alten Glauben groß, Schäden und Mißbräuche geringer