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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

So trug der Vorarlberger auch sein Scherflein bei, die Monarchie der Kaiserin Maria 
Theresia zu erhalten. 
In der Theresianisch-Josefinischen Zeit (1740 bis 1790) suchte man die 
Kräfte des Staates zusammenzufassen und dem entgegenstehende alte Einrichtungen, die 
sich auch vielfach überlebt hatten, zu beseitigen. Diese Einigungsbestrebungen erhielten in 
unserem Lande einmal dadurch eine Förderung, daß demselben im Jahre 1765 die 
Reichsgrafschaft Hohenems, deren Herren 1759 ausgestorben waren, einverleibt 
wurde. Ferner vereinigte man „die vorarlbergischen Herrschaften" fortan zu einem Ganzen, 
einer Landvogtei „vorm Arlberg", auch Oberamt oder Kreis genannt, unter einem 
Kreishauptmann zu Bregenz, und überwies sie statt der tirolischen der vorderöster 
reichischen Regierung zu Freiburg. Kaiser Josef II., welcher zur Abrundung des Staates 
die Vorlande gegen Tausch preisgeben, Vorarlberg aber unter allen Umständen festhalten 
wollte, stellte dieses wieder zu Tirol und. begann zur festeren Verbindung mit letzterem 
den Bau einer Heerstraße über den Arlberg. Die Freiheiten und Privilegien der 24 Stände 
des Landes wurden schon seit Maria Theresia theilweise oder ganz beseitigt. Dies empfand 
besonders Feldkirch sehr bitter, wo es deswegen 1768 zu Unruhen kam, die der Stadt aber 
nur noch mehr schadeten. Weitere Beunruhigung erzeugte die Errichtung der eben so 
nützlichen als nothwendigen staatlichen Volksschulen seit 1774, namentlich aber die 
sich überstürzende Umgestaltung vieles Alten, selbst auf kirchlichem Gebiete. Als „neue 
Lehre" kam dieses System beim Volke in Verruf. Daß Kaiser Josef II. in Vorarlberg die 
Reste der Leibeigenschaft aufhob, was immerhin einigen tausend Menschen zu Gute kam; 
daß er an Stelle von vier aufgelösten kleinen Klöstern sechs neue Seelsorgen gründete und 
weitere vorbereitete, daß er aus dem Lande, welches zu drei Diöcesen (Cur, Constanz, 
Augsburg) gehörte, eine selbständige Diöcese mit dem Sitze des Bischofs in Bregenz 
machen wollte und endlich bei allen seinen Veränderungen nur das Wohl des Staates 
und seiner Unterthanen im Auge hatte — das erkannten die wenigsten an. Und so stand 
Österreich am Rande einer Revolution, weil sein Monarch Alles für seine Völker thun 
wollte; in Frankreich hingegen erhob sich gleichzeitig eine solche, weil dort nichts für das Volk 
geschah. Letztere Umwälzung erschütterte den österreichischen Staat bis in seine Grundfesten. 
Es brachen die Revolutions- oder Coalitionskriege aus. Am Schluß des 
ersten derselben näherten sich die Franzosen anfangs August 1796 wiederum Bregenz. 
Alle Vorkehrungen zu erfolgreicher Vertheidigung waren getroffen und so wurden die 
Feinde am 8. August an der Leiblach zurückgeworfen. Trotzdem gab man Bregenz in 
der folgenden Nacht auf, Militär und Beamte zogen sich gegen Tirol zurück. Das Volk 
hielt sich für verrathen und seiner Wuth fielen am 10. August zu Bludenz Kreishaupt 
mann Jndermauer, Oberamtmann Franzini und Bürgermeister Weber von Bregenz in
	        
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