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die Mühsal und Noth des täglichen Lebens den strammen Körper unter der Last harter
Arbeit zu beugen, das glatte, schwellende Antlitz in zahlreiche Furchen zu legen und
der Miene einen ernsten, ja harten Ausdruck aufzuprägen. Trotzdem bleibt der starkknochige,
muskulöse Deutschtiroler bis ins hohe Alter hinein wetterhart und der schwersten
Anstrengung gewachsen, ebenso wie der geschmeidigere, lebhaftere Vorarlberger und
der zarter geformte, stets bewegliche Wälschtiroler eine oft geradezu erstaunliche
Leistungskrast, Widerstandsfähigkeit und Ausdauer an den Tag legt.
DieKörpergröße schwankt
in den verschiedenen Theilen
des Landes nicht unbeträchtlich.
Verläßliche Angaben darüber
können jedoch vorläufig nur
für das männliche Geschlecht
gemacht werden? — Die mittelgroßen
Männer (von 160 bis
169 Centimeter Körpergröße)
machen durchwegs etwa die
Hälfte aller aus. Diesen erscheinen
Große (170 Centimeter
und darüber) und Kleine (unter
160 Centimeter) in den verschiedensten
Verhältnissen cheigemengt,
woraus sich in: Allgemeinen
die Größe des Menschenschlages
ergibt.
Ein Gebiet sehr großen
Menschenschlages erstreckt sich im
Wälschtiroler. Unterinnthal über die Gerichtsbezirke
Kufstein, Kitzbühel,
Nattenberg und Hopfgarten, in welchen annähernd die Hälfte aller Männer zu den
Großen zählt und nur 3 bis 5 Procent Kleine eingestreut sind. Daran schließen sich die
Bezirke Schwaz, Fügen und Zell am Ziller, in welchen die Großen noch immer 45 bis
* Der besonderen Zuvorkommenheit des früheren Commandanten des Tiroler Jägerregiments, Herrn k. n.k. General-Majors
Ritter von Kurz, verdankt der Verfasser eine von dem Herrn k. und k. Hauptmann Franz Kasperowski mit größter
Sorgfalt angefertigte, nach Gerichtsbezirken geordnete Zusammenstellung der Körpergrößen sämmtlicher im Jahre 1890 untersuchten
Stellungspflichtigen aus Tirol und Vorarlberg, deren Zahl im Ganzen 16.384 betrug. Dieses Material ist den obigen
Angaben zu Grunde gelegt.