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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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die  allerorten  üblichen  Rundtänze,  nur  geräuschvoller  als  in  den  Städten.  Ein  urwüchsiger
Bursche  leitet  den  Tanz  mit  einem  tactmäßigen  Stampfen,  dem  „Doppeliren",  ein,  unter
welchem  oft  die  Dielen  schwanken.  Die  alten  „offenen"  Walzer  und  andere  Tänze,  wie
der  „die  drei  ledernen  Strümps"  benannte,  welcher  aus  einer  Anzahl  Figuren  und  eingeschobenen ­
  Polkas  bestand,  gehören  nun  zu  den  Seltenheiten.  Nicht  viel  besser  geht  es
den  alten  Tänzen  in  den  übrigen  Landestheilen,  z.  B.  dem  „Rangger"  im  Montavon,  und
die  noch  an  vielen  Orten  vorhandenen, ­
  „Tanzlauben"  und
„Tanzhäuser",  in  denen  einst
die  öffentlichen  Reigen  gesprungen ­
  wurden,  dienen  jetzt
anderen  Zwecken.  Der  Faschingsonntag, ­
  die  „Kilbena"
(Kirchweihen),  einzelne  Markttage ­
  und  eben  die  Hochzeiten
bieten  die  Gelegenheiten,  bei
denen  die  Tanzwuth  sich  anstobt. ­
  Auf  der  Hochzeit  unterbricht ­
  den  Tanz  das  lange
Mahl,  welches  durch  die  Tafelmusik ­
  belebt  wird.  Am  Schluß
desselben  beginnt  nach  der  Abdankungsrede ­
  das  „Holsen",
indem  der  Wirth  und  der  Hochzeiter ­
  die  Gaben  der  Gäste
sammeln  und  der  letztere  durch
Bludenzer  Bürgersfrau  und  Tannberger  Braut.
einen  Händedruck  dankt.  Der
Tanz  nach  der  eigentlichen  Hochzeit,  die  mit  dem  Holsen  endet,  die  „Nachhochzeit,"  dauert
bis  in  die  Frühstunden.
Im  Montavon  heißt  die  Braut  „Spausa",  der  Bräutigam  „Späuslig";  jene  trägt
einen  Rosmarinschäppel.  Im  ganzen  Oberland  wird  beim  Mahle  der  Braut  der  Schuh
^  gestohlen;  der  Brautführer  („Ehrag'sell")  muß  dann  Lösegeld  zahlen  und  der  Schuh  wird
bekränzt  zurückgetragen.  Der  Ehrengeselle  tanzt  die  ersten  drei  Tänze  allein  mit  der  Braut;
im  großen  Walserthal  und  auf  dem  Tannberg  kommen  dann  die  übrigen  Bursche  an  die
Reihe,  die  dafür  ein  Silberstück  entrichten.  Beim  Schenken  gibt  es  verschiedene  Bräuche.
Im  großen  Walserthal  z.  B.  setzt  die  Mutter  den  „Sevischäppel"  der  „G'schbnsa"  auf
            
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