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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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warm  und  tiefempfundenen  Liedern  auch  gedankenreiche  Prologe,  die  ihres  Gleichen
suchen,  sowie  bewundernswerthe  Übersetzungen  aus  dem  Englischen,  Französischen  und
Italienischen  verdanken,  und  Frau  Angelika  von  Hörmann  (geboren  1843),  die  sinnige,
melodienreiche  Sängerin,  die  sich  nicht  nur  durch  ihre  lyrischen  Gedichte,  sondern  auch
durch  die  Epen  „Die  Saligen"  und  „Oswald  von  Wolkenstein"  einen  Namen  gemacht  hat.
Auf  den  beiden  Gebieten  der  Epik  und  Lyrik  treffen  wir  auch  Gottlieb  Putz
(geboren  1818,  gestorben  1886)  und  Christian  Schneller  (geboren  1831).  Von  dem
Ersteren  besitzen  wir  außer  sangbaren,  gemächlichen  Liedern  die  erzählenden  Gedichte
„König  Laurin"  und  „Das  alte  Lied  vom  Benzenauwer";  von  dem  Letzteren,  der
sich  auch  als  Sprach-  und
Sagenforscher  großes  Verdienst
erworben  hat,  die  reizende
Erzählung  „Der  Alpsee",
„Eldorado"  und  „St.Valentin".
Er  ist  auch  der  Dichter  des  vaterländischen ­
  Trauerspiels:  „Der
Knappe  von  Schwaz"  (1880).
Lieder  frommen  Sinnes
oder  Stimmungsgedichte,  Verse
zum  Lobe  des  herrlichen  Heimatlandes ­
  haben  Johann  Pfeifer
(1820  bis  1889)  und  Cölestin
Gschwari  (1823  bis  1847),
gedichtet,  während  Ferdinand
Weller  (1825  bis  1869)  neben  anderen  klangvollen  Weisen  sein  feuriges  Lied  gegen  die
Landesfeinde  sang,  das  heute  noch  ertönt:

Franz  Michael  Felder.

„Sie  sollen  sie  nicht  haben
Des  Brenners  Scheidewand,
Sie  sollen  erst  sich  graben
Das  Grab  in  unserm  Land."

Im  Nachbarlande,  wo  die  alamannische  Sprache  so  melodisch  und  verlockend  klingt,
dichteten  Christoph  Anton  Walser,  Josef  Feldkircher,  Gebhard  Weiß,  Franz
Josef  Vonbun,  Kaspar  Hagen,  Ludwig  Seeger  u.  A.  nach  Hebels  Vorbild  mit
Vorliebe  in  der  Mundart;  das  Neuhochdeutsch  wurde  meist  nur  zur  Prosa  verwendet.  Hier
tritt  uns  auch  der  edle  Bauer  Franz  MichaelFelder  (1839  bis  1869)  aus  Schoppernau
im  Bregenzerwald  als  Naturdichter  entgegen.  Er  bewirthschaftete  mit  Fleiß  und  Geschick
            
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