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sein kleinesGut, widmete aber diefreienStunden,wie sein Verwandter FranzMvosmann,
dem Stadium and der Lectiire und verstand den Pflug so gut wie die Feder zu fuhren.
In etwas ungelenker Sprache schrieb er zuerst das Lebensbild „Nummamüllcrs und das
Schwarzokaspele" 1863, das durch frische richtige Zeichnung des Volkslebens und der
Charaktere anzog, und schritt dann zu den Erzählungen „Sonderlinge" und „Reich und
Arm" vor, die durch ihre Wahrheit und glückliche Darstellung großen Erfolg hatten. Freie
männliche Gesinnung und hohe Begabung zeichnen seine Schriften ans. Den militärischen
Kreisen gehört Robert Byr (Karl von Bayer, geboren 1835) an, dessen Romane weite
Verbreitung fanden und dessen Trauerspiel „Lady Glvster" im Wiener Burgtheater gegeben
wurde. Der beliebte Humorist Josef Wichner (geboren 1852) lenkt mit seinen „Alraun
wurzeln" und der „Mappe eines Volksfreundes" wieder in die Bahnen von Hebels
„Schatzkästlein" und „Rheinischem Hausfreund" ein; auch seine flotten Gedichte und seine
Erzählung „Der Novize" finden großen Beifall. Als Lyriker ist noch I. G. Vonbank
(geboren 1824), als Epiker Engelbert Minder (1848 bis 1891) zu nennen.
In Tirol schallt es in neuerer Zeit von allen Zweigen. Aus der großen Schar
der Lyriker verdienen eine besondere Erwähnung: Ludwig von Hörman, Patrik Anzoletti,
Josef Erler, Rudolf Greußing, Fr. Kranewitter, Alois Ladurner, Georg Obrist, Anton
Ritter von Schullern, Josef Seeber, Norbert Stock, Richard von Strele, Karoline Gräfin
Terlago und der Wälschtiroler Bartholomäus Del Pero. Als Epiker begegnen uns Karl
Domanig mit seinem „Abt von Fiecht", Adolf Povinclli mit „Ahasver in Tirol" und
Josef Seeber mit der Legende „Die heilige Elisabeth". Das Drama wurde von Karl
Domanig, Franz Lechleitner, Martin Meyer, A. L. Schenk, Josef Seeber, Johann Vikvler
und Arthur Graf Wolkenstein gepflegt. Die Dorfgeschichte fand vorzügliche Bearbeiter
in Isidor Müller, Max Stichlbergcr und besonders in Johann Schöpf, dem tirolischen
Jeremias Gotthelf, der auch ein Drama mit Chören „Gudrnn" gedichtet hat, wahrend der
Roman durch Rudolf Grcinz „Wer steinigt sie" und Franz Lechleitner „Der Schreiber
von Constanz" vertreten ist. Sagen, Anekdoten und Bilder aus dem Volksleben lieferten
Alois Menghin, Martin Meyer, Peter Moser, Anton Oberkofler und Karl Wolf, während
Ludwig von Hörmann in seinen ausgezeichneten Schriften: „Tirolische Volkstypen 1877"
und „Das tirolische Volksleben 1879" nach Riehls Vorbild große Culturbilder entwarf
und die „Schnaderhüpfeln aus den Alpen" (zweite Auflage 1882), sowie ähnliche
Sammlungen in mustergiltiger Weise herausgab.
Wir dürfen nicht fragen: „Ist im Tiroler Lande verschollen aller Sang?", denn
allerorten klingt das Lied, und währendnmnsichindencrstenDecenniennnsersJahrhunderts
beinahe nur der Lyrik gewidmet hatte, bebaut man nun alle Felder der schönen Literatur
vom schlichten Liede bis hinauf zum kunstreichen Drama, der Krone aller Dichtung.