und zweiunddreißig Brustbilder ringsherum aufgestellt werden. Das hierzu nothwendige
Erz wurde auf 1.026 Centner veranschlagt und alle Bilder, wie das Grab selbst, sollten
vergoldet werden. Die ganze Ausführung der großen Erzbilder, Zeichnung, Modellirung
und Guß übertrug der Kaiser dem
Maler Sesselschreibcr in München.
Nachdem dieser sich bereits seit 1502
mit dem Zeichnen der Grabbilder be
schäftigt hatte, kam er 1508 nach Inns
bruck, wo Enndorfer, Ofenhäuser und
der in seinem Fach besonders tüchtige
Meister Peter Leiminger, genannt
Löffler, ihre besonderen Gießereien
hatten. Letzterer war nun vom Kaiser
ausersehen, die großen Erzbilder zu
gießen. 1508 wurde aber auch noch ein
anderer Gießer, der Tiroler Stephan
Go dl, aus Nürnberg hierher berufen
und die Herstellung der hundert kleinen
Erzbilder ihm übertragen. Mit der Be
rufung dieses in damaliger Zeit einer
Berühmtheit sich erfreuenden Gießers
hatte der kunstsinnige Kaiser noch den
besonderen Zweck im Auge, durch ihn
in Innsbruck eine Schule der Kunst
erzgießerei zu gründen, in welcher
speciell Kunstjünger dieses Landes aus
gebildet werden sollten. Sesselschreiber,
ein Mann von vielem Talent, aber
im Wohlleben kaiserlicher Anstellung
Stephan Godl: Erzbild Reinberts in der Silberkapelle der Franciscaner- Weniger zur Arbeit lll» ZU behaglichem
lirche zll Innsbruck. Genuß hingezogen, hatte 1517 die
Geduld dessKaisers erschöpft, Stephan Godl trat an seine Stelle und übernahm den
Guß auch der großen Erzbilder. Damit kam das große Unternehmen völlig in die Hände
tirolischer Meister, auf deren Arbeit wir einen näheren Blick werfen wollen.
Wenn auch Sesselschreiber zu den bis zum Tode des Kaisers hergestellten großen
Grabbildern die Zeichnungen entworfen hatte, blieben immerhin die Modellirung und der