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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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1.824 Meter hoch gelegen, wird leicht in drei Gehstunden erreicht und gewährt eine ganz 
vorzügliche Aussicht auf die Gebirgswelt, wie auch in die zahlreichen am Fuße aus 
strahlenden Thäler: im Süden das Sperten-, Windau- und Grundthal, darüber die 
Tauern mit dem Großglockner und Großvenediger, die Zillerthaler- und Tuxeralpen, im 
äußersten Südwest die Eisgipfel des Stubaithals, im Westen das Innthal mit dem 
zackigen Kamm der Kalkalpen, im Norden die Kaiserkette, so nahe, daß sie wie ein 
Wandgemälde erscheint, und die Wendelsteingruppe, wild und keck, im Osten die Loferer 
Steinberge und die Berchtesgadener Gebirge. Fürwahr, nicht leicht konnte Seine kaiserliche 
Hoheit unser verewigter Kronprinz Rudolf, dessen erster Hochgebirgsausflug diesem 
Gipfel galt, an einem schöneren und erhabeneren Punkte Tirols in die Großartigkeit 
der Alpenwelt eingeführt werden! Ebenfalls am Fuße der Hohen Salve liegt thaleinwärts 
das Torf Brixen mit der sehenswerthen Decanatskirche. Zur Erinnerung an die 
Erzherzogin Maria Luise, welche im Jahre 1822 die Hohe Salve bestieg, führt der 
nahe Eisensäuerling den Namen Luisenbad; in der Nähe liegt auch das durch die nun 
ausgestorbene Secte der Manharter berühmt gewordene Örtchen Westendorf. 
In langsamem Anstieg zur Wasserscheide erreichen wir alsbald Kirchberg, ein 
schön gelegenes Dorf mit großer, hoch auf einem Hügel stehender Kirche, und wohl kaum 
eine Thalstrecke ist lieblicher als jene von Hopfgarten nach Kitzbühel: Getreidebau wechselt 
mit Wiese und Wald, dazwischen lagern sanft hingebettet behäbige Dörfer im Alpenstil 
und mit allerlei Schnitzwerk verzierte Bauernhöfe. 
Nachdem am Wege beim Klausenbach eine unscheinbare Kapelle unsere Auf 
merksamkeit in Anspruch genommen hat durch ihre Inschrift: „Bis hieher und nicht 
weiter, kamen die schwedischen Reiter", senkt sich das Thal allmälig, und plötzlich liegt 
Kitzbühel vor uns, „die Stadt in der Schlinge" mit ihren drei Thürmen. Aus der 
Ferne schaut der wildzackige Kaiser herein mit seinen Riffen und Nadeln, aus der Nähe 
das hochaufragende breitrückige, aussichtsreiche Kitzbühler Horn; links glänzt der mit 
zahllosen Seerosen besiedelte Schwarzsee, auf dessen Grund der Volksglaube eineu 
versunkenen Wald erblickt, und über dem rührigen Städtchen thront auf hohem Fels die 
schöne Pfarrkirche; dahinter prangen die alterthümlichen Burgen Löwenberg und Minichau. 
So finden wir Idyll und Romantik hart bei einander und des lieblichen Städtchens 
herrliche Umgebung harrt eines Sängers! 
Am Ostabhang winkt das Schloß Kapsburg am Eingang in die Zephirau und 
den Köglergraben mit dem berühmten Schleierfall. Am Westabhang liegt das Kupfer 
bergwerk am Schattberg und Sinwell, dessen Halden schon von weitem sichtbar sind, 
und nahe daran die beiden Ehrenbachwasserfülle in malerischer Schlucht. Der Kirche 
gegenüber führt eine prächtige Fahrstraße ins Badl, eine eisenhaltige, salinische Quelle,
	        
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