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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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zu  vergegenwärtigen,  welche  zwischen  den  tiefsten  und  höchsten  Punkten  Sädtirols  vom
Ufer  des  nur  60  Meter  über  der  Meeresfläche  liegenden  Gardasees  bis  zur  Ortler-  und
Dreiherrnspitze  (3.906  Meter  und  3.324  Meter)  obwalten.  Hand  in  Hand  mit  der  verschiedenen ­
  Tief-  und  Hochlage  des  Terrains  geht  der  für  das  Pflanzenwachsthum  und

die  Bodencultnr  maßgebende  Unterschied  im  klimatischen  Charakter,  der  seine  augenfälligste ­
  Wirkung  in  dem  Vorkommen  oder  Fehlen  bestimmter  Culturgewächse  oder
Bodenbenützungsarten  äußert.  Darnach  lassen  sich  drei  ökonomisch-klimatische  oder
Vegetations-Horizonte  unterscheiden.
Zu  unterst  in  der  Niederung  der
warmenTiefthäler  die  Region  der  Rebe
und  des  Maulbeerbaums  (Region  der
gemischten  Cultur),  weiter  oben,  im
Bereich  des  höheren  Hügellandes  sowie
in  den  Mittelgebirgslagen,  die  Region
des  offenen  Acker-  und  Graslandes
(Getreide-  und  Wiesenregion),  deren
horizontale  und  verticale  Erstreckung
sich  hauptsächlich  nach  der  Dauer  der
frostfreien  Jahreszeit,  dann  nach  der
Verthcilung  und  Menge  der  während  der
Vegetationsperiode  fallenden  Niederschläge ­
  richtet.  Darüber  schließt  die
Wald-  und  Weideregion  der  höheren
Berg-  und  Alpenlandschaften  mit  ihrem
kurzen,  kühlen  Sommer  und  dem  langen, ­
  fchneereichen  Winter,  sowie  mit
ihrem  geringen,  auf  den  natürlichen
^  ^  Etschthaler  Slier  (Bal  Flemme).
Holz-  und  Graswuchs  beschränkten
Pflanzenproductionsvermögen  die  Reihe  der  landwirthschaftlich-klimatischen  Zonen  ab.
Die  Region  der  Rebe  und  des  Maulbeerbaums  erscheint  klimatologisch  charakterisirt
durch  einen  ganz  gelinden  Winter,  welcher  selten  länger  als  vier  Monate  dauert,
während  welcher  Zeit  die  Temperatur  gewöhnlich  nur  au  wenigen  Tagen  bis  auf  10  oder
12  Grad  Celsius  unter  Null  herabsinkt.  Anderseits  steigert  sich  die  Sommerwärme  bis
zu  30  und  33  und  schwankt  die  mittlere  Jahrestemperatur  zwischen  11  Vs  und  12Vs  Grad
Celsius.  Einen  derartigen  Stand  und  Gang  der  Wärmeverhältnisse  weist  das  Klima  in
allen  Thaltiefen  Südtirols  bis  zu  einer  Seehöhe  von  650  Meter  auf,  so  daß  also  bis  zu
            
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