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dann vorüber längs der breiten weißschäumenden Ache zu der ausgelassenen Kupferschmelze
am Jochberg, dem Geburtsort des Tiroler Helden Anton Oppacher. Erst in schwacher
Steigung thalanfwürts, dann nach Überquerung der Ache etwas steiler gelangt man
zunächst zum Wirthshans an der Wacht mit hübsch gelegener Kapelle und hierauf in einer
Serpentine zum PaßThurn, einer früheren Befestigung, von wo ans man einen berückenden
Ausblick aus die Tauernkette und Mittersill, den nächsten größeren Ort im Pinzgau,
genießen kann. Nicht weniger reich wie an Thal- und Mittelgebirgsausflügen ist die
Umgebung von Kitzbühel auch an Hochgebirgstouren, unter denen das Kitzbühler Horn
(1.994 Meter) wohl weitaus die lohnendste ist. Unter der mit einer Kapelle gekrönten
Spitze liegt eine Felsengrotte mit schönen Tropfsteinbildungen. Der Abstieg kann nach drei
Seiten hin gemacht werden, und Mancher zieht es vor, in dem acht bis nenn Stunden
langen „Pinzgauerspaziergang" in circa 1.800 bis 1.900 Meter Höhe über mehr als ein
Dutzend Spitzen zur Schmittenhöhe zu wandern, ein Weg, dessen mühelose Begehung
einen ununterbrochenen Anblick der Elitespitzen der Tauernkette bietet. Doch nun verlassen
wir das liebliche Städtchen. Welches von beiden Wohl schöner gelegen sei — Kufstein
vder Kitzbühel? Freuen wir uns, daß im tirolischen Ehrenkrünzlein zwei solche Perlen
prangen!
Der Weg zieht nun nordwärts den Röhrerbühel entlang, der noch um das Jahr
1600 viel Silber und Kupfer lieferte und sich damals des tiefsten Schachtes in Europa,
bei 900 Meter, rühmen durste. Bei St. Johann, am Nordfuß des Kitzbühler Horns
gelegen, vereinigen sich die Pillerseer-, Kitzbühler- und Reinthaler-Ache zur Großache, deren
Gebiet hier das Leukenthal genannt wird, ein Dolomitenpfad im Kleinen. Den Walberberg
entlang gelangt man nach Fieberbrnnn, das seinen Namen von einer Quelle schöpfte,
die 1354 Margarethe Maultasch vom Fieber befreit haben soll; über dem langgestreckten
Dörfchen ruht der schön gelegene Wildalpsee und erhebt sich eine Reihe der prächtigsten
Gipfel. Nördlich vom nahen St. Ulrich verengt sich das Thal und es erscheint die Felsenklamm
der Waidringer Öfen mit ihren schneeweißen, grotesken, fast vegetationslosen
Kalkkegeln, die von der Strubache durchflossen und belebt werden; den Boden bedecken
die dunkelgrünen Blätter der Nießwurz, an den Felsen hängen die Purpurrädchen der
Cistalpenrose — eine wahrhaft prächtige Tricolore. Hinter Fieberbrunn folgen die
herrliche Moosbachschlucht und in sehr bilderreicher Landschaft das Hochmoor („Filz")
von Hochfilzen nahe der Landesgrenze.
Außer dem Brenner vermittelt über die Centralalpen nur noch eine fahrbare Straße
die Verbindung zwischen Süd- und Nordtirol, nämlich die über die Malser Haide oder das
Reschenscheideck im äußersten Westen des Landes. Diese der Brennerstraße an Bedeutung
weit nachstehende Übergangslinie zweigt an der Jnnstraße ab, zieht am Schloß Nauders-