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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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Flächen  darbietct,  auf  denen  sich  nicht  selten  ein  üppigerer  Graswuchs  entfaltet  als  ans
der  freien  Weide.
In  den  tirolischen  Südalpen,  welche  mit  Ausnahme  des  nur  an  wenigen  Punkten
Alpenhöhe  erreichenden  Porphyrplateaus  und  der  inselartig  vorgeschobenen  Granit-  und
Glimmerschiesermasse  der  6imn  ä  t^ska  im  Valsugan  vorzugsweise  aus  dolomitischem  Kalkstein ­
  bestehen,  entfaltet  das  Alpenbereich  und  die  in  demselben  etablirte  Bewirthschaftung
einen  ganz  andern  Typus.  Die  beträchtlich  geringere  Massencrhebung  dieser  Gebirgswelt,
welche  sich  durchschnittlich  zwischen  1.500  bis  2.500  Meter  hält,  und  die  größtentheils

sanft  welligeFlächenentwicklnng  der
Dolomitkofel  und  Kalkstöcke  bringt
es  im  Verein  mit  der  durchschnittlich
starken  Eintiefung  der  zwischenliegenden ­
  Hauptthäler  mit  sich,  daß
die  Mehrzahl  der  Alpen  nicht  ober,
sondern  innerhalb  der  Waldregion
liegt,  deren  obere  Grenze  hier  überdies ­
  in  tiefere  Lagen  herabgerückt
erscheint  als  in  den  centralalpinen
Hochbergen.  Die  obere  Grenze  hochstämmiger ­
  Nadelholzbäume  verläuft
in  der  Südalpengruppe  der  Gebietssection
  im  Mittel  schon  bei  1.600
Meter,  und  da  eine  größere  Anzahl
von  Alpwciden  eine  weit  geringere
Seehöhelage,  und  zwar  bis  oder

sogar  unter  1.000  Meter  besitzt,  so  ^
stellen  sich  viele  derselben  überhaupt
nur  als  ausgeholzte  ehemalige  Hochgebirgswald-Complexe

aus  Val  Nendena.
dar,  welche  seinerzeit  absichtlich

und  künstlich  in  Weideland  nmgewandelt  worden  sind.  Nur  die  allerhöchsten  Erhebungen
der  Kalk-  und  Dolomitgebirge  Südtirols,  das  ist  die  Region  über  durchschnittlich
1.600  Meter,  formirt  natürliches  Alpenterrain,  welches  niemals  hochstämmiges  Holz

getragen  hat.  Die  vorwiegend  sanft  ausgeformten  Hochflächen  der  südtirolischen  Kalk-  und
Dolomitzüge  begünstigen  eine  gute  und  gleichmäßig  dichte  Berufung.  Deßhalb  ist  die
Fruchtbarkeit  dieser  Grasländereien  eine  bedeutend  größere  und  deren  alpenmäßige
Bewirthschaftung  eine  lohnendere  sowie  weniger  beschwerliche,  als  im  Bereiche  der  hoch
und  steil  aufgerichteten  krystallinischen  Massen-  und  Schiefergebirge.  Es  können  diese
            
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