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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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Die Größe der Coconsernten im letzten Decennium ergeben sich aus nachstehender 
Zusammenstellung: 
1881 1,400.000 Kilogramm 
1882 1,350.000 
1883 1,600.000 
1884 1,275.000 
1885 1,500.000 
1886 1,800.000 Kilogramm 
1887 2,000.000 
1888 2,150.000 
1889 1,800.000 
1890 1,500.000 
Große Umwälzungen ergaben sich in den letzten 20 Jahren in Betreff der weiteren 
Verarbeitung, der Abspinnung der Cocons. Die früher mit Holzfeuer und Handbetrieb 
in jedem Dorfe arbeitenden und das Product derselben verwerthenden Spinnstühle, diese 
kleinen Werkstätten, in welchen so viel Lust und Leben herrschten, verschwanden. Sie waren 
nicht mehr im Stande, den vom Seidenhandel gestellten Anforderungen an die Feinheit 
und Festigkeit des Seidenfadens zu genügen. An ihre Stelle trat der fabriksmäßige 
Betrieb. In wenigen großen Spinnereien (Uilanäs) wird nun das Product des Landes 
gesammelt, um dort unter Leitung geschickter Fachmänner von Hunderten theilweise ganz 
jungen Bauernmädchen, welche sich in die Filanden drängen, versponnen zu werden. Wie 
dicw fast bei jeder Kalamität der Fall, hat übrigens auch der Schlag, welcher die Seiden- 
zncht traf, wesentlich zum Fortschritt derselben beigetragen. Die Ergebnisse einer guten 
Zucht sind heute viel günstigere, als sie es in früheren Zeiten waren. Der Same wird 
nicht mehr von den einzelnen kleinen Züchtern, sondern von eigenen sachkundigen 
Gramem^ in bedeutender Menge und zu billigem Preise, namentlich von derSeiden- 
baustativn des Landeveulturrathes hergestellt. Die Zuchten, mögen sie auch noch immer 
zu wünschen übrig lassen, werden doch im Ganzen sorgfältiger als ehedem geführt. 
Heute werden im Lande durchschnittlich über ein und einhalb Millionen Kilo 
Cocons jährlich geerntet, die zu dem durchschnittlichen Preise von 1 fl. 30 kr. eine Einnahme 
des Landes von nahezu zwei Millionen Gulden darstellen, welcher Ertrag zudem in 
30 bis 35 Tagen ohne große Auslagen erzielt wird. Es ist dies daher gewiß ein land- 
wüthschaftlicher Erwerbszweig, der die vollste Beachtung verdient und dem Lande zum 
Segen gereicht, besonders wenn die Zucht nicht über das entsprechende Maß ausgedehnt 
wird und der Maulbeerbaum nur dort seine Stätte findet, wo er andere Kulturen, 
namentlich den Weinbau, nicht ernstlich beeinträchtigt. 
Obstbau. Neben dem Weinbau hat, besonders in Deutschsüdtirol, der Obstbau eine 
große wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Wenn auch der Obstbau von altersher in den 
meisten Thälern des Landes betrieben wurde, so hat derselbe doch insbesondere in diesem 
Jahrhundert in Deutschsüdtirol durch den Anbau und die Verbreitung feineren Tafel 
obstes für den Export eine allgemeine Bedeutung und einen großen Ruf erlangt; in den
	        
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