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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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und andere zumeist dem Hochadel angehörige Jagdfreunde verpachtet sind und im Verein 
mit den angrenzenden königlich baierischen Revieren den Grundstock bilden, auf welchem 
die Jagd vorzüglich gedeiht. In Vorarlberg sind es meist hervorragende Industrielle, 
welche sich Verdienste um die Hebung der Jagd erworben haben. 
An diese gesegneten Reviere, welche auch heute noch einen durch das linke Jnnufer 
begrenzten Rothwildstand, zahlreiche Gemsen und einige Rehe beherbergen, reihen sich 
noch die ausgedehnten fürstlich Auersperg'schen Gemsjagden in den Seitenthälern des 
Zillerthals und einige ebenfalls ärarische Jagdgebiete bei Pfunds im Oberinnthal und im 
Pusterthal an. Der übrige Grundbesitz, wenn auch namentlich in den höheren Lagen 
manchmal die Berechtigung der Eigenjagd gewährend, ist zu sehr zersplittert, um eine 
gedeihliche Wildhege unterstützen zu können, welche außerdem in den häufig ungünstig 
abgegrenzten Gemeindejagdgebieten wegen der in kurzen Zeiträumen wiederkehrenden 
Neuverpachtungen behindert wird. 
Damit erscheinen auch die gegenwärtigen Rothwild- sowie die besten Gems- und 
Rehwildbestände bereits angegeben; Gemsen, Rehe, dann graue und weiße Hasen kommen 
übrigens in geeigneten Lagen im ganzen Lande mehr oder minder zahlreich vor. In den 
letzten Jahrzehnten hat sich, Dank dem Verbote des Ausgrabens und der Einschränkung 
der Jagdzeit, die Zahl der Murmelthiere namentlich im Gebiete des Stubaier und Ötzthalcr 
Alpenstocks bedeutend vermehrt. Es ist das einzige Jagdthier, von welchem in Tirol eine 
größere Anzahl erlegt wird als in den anderen nachbarlichen Gebirgsländern, seitdem 
der einst in Tirol urstammlich heimische Alpensteinbock, dessen letzte Spur sich im Pustcr- 
thal auf circa 1730 zurückführen läßt, ausgerottet ist. Von den einst, sowohl in Vorarlberg 
als auch in den Etschsümpfen Tirols, häufigen Wildschweinen verfiel das letzte angeblich 
im Jahre 1707 in den Sümpfen von Kaltem als Jagdbeute; auch Biber, welche wohl im 
Unterinnthal vorkamen, wurden zu Anfang dieses Jahrhunderts noch bei Vils im Lech 
thal erlegt. In den südwestlichen Landestheilen werden alljährlich noch einige Bären 
geschossen; die übrigen großen Raubthiere sind ausgerottet; der letzte Wolf wurde im 
Jahre 1864 bei Schneeberg im Passeier gefangen, der letzte Luchs 1873 bei Granu 
geschossen. Dachse, Füchse, Fischottern, Edel- und Steinmarder, Iltisse, Hermelinwiesel 
und gemeine Wiesel kommen im ganzen Lande in wechselnder Häufigkeit vor. Über das 
einstige Vorkommen der Wildkatze fehlen zuverlässige Berichte. 
An Federwild findet sich das Auerhuhn, zahlreicher das Birkhuhn und das Hasel 
huhn, im Süden häufiger das Steinhuhn, das Schneehuhn, in der Niederung das Rebhuhn 
und die Wachtel, welche letztere in manchen Jahren zur Herbstzeit in großen Zügen 
erscheint und den vorzüglichsten Gegenstand der Suche mit dem Vorstehhund bietet. 
Außerdem werden die Flüsse und Seen mit ihren sumpfigen Seitenarmen und Zuflüssen
	        
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