einheitlich durchgeführter Bau des XIII. Jahrhunderts, die Kirche Santa Maria Maggiore,
in welcher das Concil seine Versammlungen hielt und sich eine berühmte, aber 1819
durch einen Blitzstrahl zerstörte Orgel befand, die alte gothische Pfarrkirche St. Peter mit
neuer Vorderseite und die Paläste Zambelli (einst Fugger) und Tabarelli (Salvadori)
zu nennen sind. Sonst gehören noch zu den Wahrzeichen der Stadt der Stadtthurm
(darunter auf dem Domplatz der schöne Tritonen-Brunnen), der sogenannte grüne
Thurm an der alten Etsch, der geschichtlich interessante Wanga-Thurm, das Castell
äi knon coiri^lio, endlich jenseits der Etsch die sehr alte St. Apollinaris-Kirche,
welche einst ein Saturnus-Tempel gewesen sein soll. Die Höhe des genannten Doß Trento,
von welchem aus die Franzosen 1703 die Stadt furchtbar, aber vergeblich beschossen, ist
befestigt, wovon jedoch von unten wenig wahrnehmbar ist.
Südwestlich vom Doß Trento liegt über einer hohen Felsenwand, von welcher ein
Bach herabfällt, in einer Mulde das Dorf Sardagna, von welchem nur ein kleines
Kirchlein am Rande der Felsenwand sichtbar wird. Hinter dem Dosso zieht die Straße
nach Judicarien anfangs über die wohlbebäute Berglehne hin und führt dann nach Westen
umbiegend durch eine schattig kühle Felsenschlucht, il Buco di Vela, aufwärts zu einem
Festungswerk, welches die Schlucht abschließt und die Straße sperrt. Darüber nach Westen
hin liegen auf einer muldenartigen Hochebene die zerstreuten Ortschaften von Sopramonte,
wie ein Dorf, aber auch die ganze Gegend heißt. In der Mitte streckt sich ein langer,
schmaler See, über welchen nach Westen hin die Ortschaft Terlago (Irans laenm) liegt.
Noch weiter darüber hin wird die Gegend zu einer Steinwüste. Dagegen ist der südlich
gegenüber aufsteigende Monte Bondone mit seinen Weiden und Wiesen, Alpen und
Wäldern bis auf die Spitze (2.100 Meter) begrünt. Von der Hochebene senkt sich die
Straße nach Westen ab und führt über den Markt Vezzano in das Sarcathäl nieder.
Von Trient führt nach Süden hin die Straße durch breite Baumgänge, den Corso,
zur Fersina, einem schrecklichen Wildbach, der von Osten kommend die Stadt schon
mehrmals mit Vernichtung bedroht hat und an dessen Ufern daher breite, kostspielige
Dämme aufgeführt sind. Links oben dehnt sich das breite, nach Süden abfallende Mittel
gebirge von Povo und Villazzano aus, reich besetzt mit Landhäusern, bei welchen da
und dort kleine Gruppen von Cypressen die Nähe Italiens ankünden. Weiter unten folgt
das Dorf Mattarello, über welchem nach Osten hin der Bergsattel von Vigolo-
Vattaro einen leichten und angenehmen Übergang nach Valsugana vermittelt.
Jenseits der Etsch liegen am Fuße des gerade verlaufenden, unwirthlich aus
sehenden Bergzuges die Dörfer Ravina und Romagnano. Bei letzterem schneidet das
kurze Hochthal des Rio di Bondone mit unwegsamer Felsenschlucht ins Gebirge ein. Aus
bedeutender Höhe winkt dort die Kirche von Garniga herab, einer Berggemeinde, welche