Kunst ein entscheidendes Wort niitzureden hat, in der näheren Umgebung der Stadt immer
noch eine verhültnißmüßig sehr geringe. Die Bauspeculation drängt sich auch hier zerstörend
ein. Je unentbehrlicher jedoch dem Wiener die Sommerwohnung ist und je deutlicher die
Unmöglichkeit sich herausstellt, in der Stadt den Zinspalast aus seiner Herrschaft zu
vertreiben, um so energischer wird sich zweifellos bei der Beschaffung von ländlichen
Wohnungen der in der Bevölkerung lebende Sinn für heitere Schönheit geltend machen
und der Baukunst neue Aufgaben zuführen.
Die Architektur hat sich auch im neuen Wien als die Führerin und Erzieherin aller
übrigen Künste bewährt. Nicht nur der decorativen Plastik und Malerei- sondern auch den
Bangewerben und der gesammten Kunstindustrie gab sie mächtige Impulse. Die Reform
des Wiener Knnsthandwerks wird mit in erster Linie den Architekten verdankt. Ein van
der Nüll und Siccardsburg, ein Hansen, Schmidt, Storck, Gugitz, Valentin Teirich,
Schmoranz, A. Hauser, Feldscharek, Riewel, König, Claus, Herdtle und viele Andere
lieferten die Zeichnungen und bildeten die ausführenden Kräfte heran für zahlreiche
Arbeiten der Knnstgewerbe, welche den Ruhm Wiens in aller Welt verkünden.