MAK

Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 1. Abtheilung: Wien

149 
eine Sprachgesellschaft an die Stelle der fruchtbringenden zu setzen. Erst in den Vierziger- 
Jahren, also nachdem er in Deutschland durch die Angriffe der Schweizer bereits matt 
gesetzt war, fand Gottsched ein Häuflein ohnmächtiger Verehrer in Wien; aber sie waren 
so wenig zahlreich und einflußreich, daß sie den Gedanken, eine deutsche Gesellschaft nach 
dem Muster der Leipziger zu gründen, als eine Unmöglichkeit ablehnen mußten, und ein 
Abraham a Sancta Clara. 
Epos wie Scheybs Theresiade konnte allenfalls de.- Beifall Gottscheds erhalten, nach dessen 
Vorschriften es gedichtet war, theilte aber mit Schöna-chs Hermann bald das Sch-cksal der 
Vergessenheit. Eher ließ sich von Gottsched Einfluß auf die Entwicklung des Drama 
erwarten - sein Cato wurde 1748 mit großem Beifalle gegeben und schon seit 1 -49 erschien 
in Wien ein Seitenstück zu seiner „Schaubühne". Regelmäßige Stücke begannen d-e 
Herrschaft der Stegreifeomödie wenigstens insoweit einzuschränken, daß ihnen einige Tage 
der Woche auf dem Theater eingeräumt wurden. Gottsched hatte nicht übel Lust, die Rolle, 
welche er in Deutschland ausgespielt hatte, iu Wien noch einmal von vorne zu beginnen:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.