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seiner Jugend ein witziger Beobachter des heimischen Lebens und Volksthums, gegenwärtig
ein ausgezeichneter, vornehmlich in England geschätzter Orientmaler, der das charakter
volle Völkergetriebe des modernen Egyptens und die imposante Denkmälerwelt von
Cairo in farbenfrischen, sonnendurchglühten Schilderungen uns vorführt. Sein Schüler
ist der viel versprechende Paul Joanowicz. Namentlich in Venedig fühlen sich heimisch
Eugen Maas, Franz Rüben und der geniale Aquarellist Ludwig Passini, der unver
gleichliche Schilderer der Volkstypen Italiens, vor Allem der Lagunenstadt, deren graziöses,
auch in Bettlerlumpen stets anmuthiges Volk er in immer neuen, farbig schönen Gestalten
uns vorführt, das er vom würdigen Prete bis zum Kastanienröster, von der Principessa
bis zur Schirmflickerin herab in allen seinen Abstufungen kennt und in dessen Geheimnisse
wir durch ihn eingeführt werden, ob nun das Versteck des Beichtstuhls oder die weihrauch
erfüllte Sacristei oder der Schatten des Gäßchens, die Brüstung des blumengeschmückten
Balcons ihren Schauplatz bildet.
Von den übrigen Genremalern Wiens reihen sich einzelne noch an die älteren
Meister an, wie der Schüler Waldmüllers Fr. Friedländer, der Maler der still dahin
wandelnden oder sich von den Thaten ihrer Jugend erzählenden Invaliden, wie Anton
Ebert, der Darsteller anmuthiger Kinderscenen, und der früh verstorbene Kurzbauer in
seinem Novellenbilde der „Ereilten Flüchtlinge", oder sie gehen die malerische Bahn der
jüngsten Zeit unter Aufnahme von Makart'schen und anderen, aus München herüber
wirkenden Einflüssen mit vorwiegend moderner, nur zu selten dem Leben der unmittelbaren
Gegenwart entlehnter Stoffwelt, wie K. Karger, der sinnige Fr. Rumpler, Ed. Charlemont,
I. Fux, K. Fröschl, L. Minnigerode, R. Geyling, K. Probst, I. Gisela, A. Müller und
Andere, meistens Schüler Ed. von Engerths und Angelis. Aus der Schule des Ersteren
ist auch K. Berger hervorgegangen, der sich vom Genre der großen Decorationsmalerei
zugewendet hat und in dieser, sowie im Ornamentations- und Jllustrationsfach, eine
fruchtbare Thätigkeit entfaltet. Wenn überhaupt manche der genannten jüngeren Talente
bisweilen glückliche Griffe ins ideale Genre thun, wie Hans Schweiger zur Märchenwelt
oder zu dem Gedankenspiele mit Symbolen und Allegorien sich hingezogen fühlen, so bleibt
eine andere Gruppe dagegen fest auf dem Boden der realen Welt. Das Schlachten- und
Soldatenbild, welches neben Pettenkofen besonders der bewegliche Straßgschwandtner,
die beiden L'Allemand, Maly, Bensa, Berres und Andere cultivirten, ist heute fast ganz
ausgestorben. Dagegen blüht der Jagd- und Rennsport; die früher durch den begabten
Konrad Bühlmeyer und Andere mit Glück gepflegte Thiermalerei ist heute nahezu aus
schließlich Pferdemalerei geworden, wie sie von dem auch als Maler von Kühen bewährten
Rudolf Huber und von Julius Blaas meisterhaft geübt wird. Elfterer pflegt neuerdings
unter anderen Zweigen der Figurenmalerei auch mit Glück das große Reiterporträt