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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, 1. Abtheilung: Wien

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40 Millionen Kilogramm Rindfleisch, so daß auf jeden Kopf der Bevölkerung etwa 
54 Kilogramm dieses Nahrungsmittels entfallen, — eine immerhin ansehnliche Ziffer, wenn 
man sie mit derjenigen von Berlin vergleicht, wo in den letzten Jahren an Fleisch aller 
Art (mit Einschluß von Kalb-, Schaf- und Schweinefleisch, Geflügel, Wildpret u. s. w.) 
nur 55'56 Kilogramm auf den Kopf der Bevölkerung entfielen; freilich weit hinter 
derjenigen von Paris, wo jeder Einwohner 77 Kilogramm Fleisch verzehrt! Allerdings 
verbraucht Wien im Vergleiche zu Paris und London sehr viel Kalbfleisch, denn nicht 
weniger als 140.000 bis 150.000 Kälber wurden in jedem der verflossenen zehn Jahre 
hier consnmirt. Dagegen bringt es im Gegensätze zu den westeuropäischen Hauptstädten 
die Geschmacksrichtung des Wiener Publicnms mit sich, daß ausnehmend wenig Schafe 
verzehrt werden und der Consnm ist seit dem Jahre 1875 in ausfallendem Rückschritte; er 
ist von 51.000 auf 25.000 Stücke gesunken. Hunderttausende gemästeter Schafe müssen 
deßhalb ihren Weg aus Ungarn über Wien nach Paris nehmen. Besser steht der Wiener 
Consnm in Betreff der Schweine; er umfaßt im zehnjährigen Mittel 150.000 Stücke und 
erhöht sich um mehr als zwei Millionen Kilogramm eingeführtes Stechviehfleisch, Rauch- 
und Pökelfleisch und Würste aller Art. Endlich spielt das Geflügel mit nahezu zwei und 
einer halben Million Hühner, Gänse, Enten u. s. w., sowie das Wildpret eine bedeutende 
Rolle im Haushalte der Wiener Bevölkerung. Bescheidensten Ansprüchen kommt auch noch 
das Pferdefleisch entgegen. Die Pserdeschlachtung, von Jahr zu Jahr an Umfang leider 
zunehmend, belief sich im Jahre 1882 auf 5.065 Stück. 
An Butter wurden 2,145.900 Kilogramm zumeist aus den Alpenländeru eingeführt, 
an Rindschmalz und Gänsefett 323.500 Kilogramm; daneben werden weit größere Mengen 
Schweiufett consnmirt, theils eingeführt, theils durch die Schlachtung gewonnen. Eier 
wurden 70,967.208 Stücke aus allen umliegenden, namentlich den östlichen Krouländern 
der Monarchie eingeführt. 
Obwohl auch Oberösterreich, Steiermark, Ungarn, Mähren, ja sogar Schlesien und 
Galizien sich an der hauptstädtischen Milchversorgung betheiligen, liefert doch Nieder 
österreich der Natur der Sache nach den größten Theil dieses schwer zu conservirendeu 
Nahrungsmittels. Eigenthümlich für Wien ist es, daß ein nicht unbedeutender Theil des 
Milchbedarfs in der Stadt selbst gewonnen wird. In den verschiedensten Stadttheilen 
zerstreut bestehen 351 Meiereien mit 4.527 ausgesuchten und reich genährten Kühen, 
welche nur durch eine Melkungsperiode beibehalten und, wenn der Milchertrag zu sinken 
beginnt, als Fleischvieh verkauft werden. Bei einer durchschnittlichen Melkung von neun 
Liter per Tag liefern diese Stadtkühe ungefähr 15 Millionen Liter, nahezu ein Viertel 
de» Bedarfes von 63 Millionen Liter. Da nun in den anstoßenden Bezirken Hernals und 
Sechshaus auch noch an 10.000 Kühe stehen und durch dieselben bei 20 Millionen
	        
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