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Steinwerkzeuge gewöhnlicher Art, manchmal (in Uwista) Hammerbeile aus Hirschgeweih,
Bernstein-Kreisel und charakteristische Gefäße aus lichtem, reinem Thon von krugähnlicher
Form, geschickt gearbeitet, schwach gebrannt und mit einer eigenthümlichen eingeritzten
Ornamentik verziert, in der Art von Fischschuppen, die in Gruppen dreieckiger Form von
dem Halse der Gefäße nach unten herabhängen und mit weißer Masse gefüllt sind. In
Uwista und Czarnokonce hat man außerdem an den Hüften der Skelette knöcherne, flache,
mit Linear-Ornamenten bedeckte Schmucksachen gefunden, welche wahrscheinlich als
Schnallen an ledernen Gürteln dienten. In zwei zu Uwista und Raköwkat entdeckten
Gräbern fand man je drei Skelette auf die Weise in der Steinkiste beigesetzt, daß zwei von
ihnen, die den Typus der Langschädel zeigten, immer zu den Füßen des dritten, eines
kurzköpfigen lagen und die Gebeine so zusammengedrückt waren, daß sie unmöglich anders
als nach Beseitigung des Fleisches ins Grab gelegt werden konnten. Ähnliches hat man in
vielen Gräbern derselben Epoche in Frankreich wahrgenommen, was den französischen
Archäologen Anlaß zu Vermuthungen über einen eigenthümlichen Sepulcralritus gab.
Eine zweite verhältnißmäßig jüngere Gruppe von Gräbern neolithischer Epoche
bilden die sogenannten Brand- oder Urnengräber. In der Gegend von Krakau sowie in
den nahe der Weichsel gelegenen Bezirken: Chrzauöw, Bochnia, Brzesko, Dgbrowa re.
treffen wir zahlreiche Spuren neolithischer Brandgräber.
Nach der Verbrennung der Leiche an einem speciell zu diesem Zweck bestimmten
Platze, wurden die verbrannten Gebeine sammt Asche in eine Urne aus Thon gesammelt
und in die Erde vergraben. Die Größe dieses Gefäßes hing von der Menge der zur
Beisetzung bestimmten Überreste ab. Neben der Urne stellte man ins Grab gewöhnlich
kleinere Gefäße in Gestalt von Töpfen, Bechern, Schüsseln und dergleichen, welche wahr
scheinlich mit Speisen gefüllt waren. Die Urne mit den Gebeinen wurde oft mit einer Art
Schüssel überdeckt. Man mengte öfters zum Thone Sand und Granitkörner, wohl in der
Absicht, den Gefäßen mehr Härte und Dauerhaftigkeit zu verleihen. Steinwerkzeuge und
Schmucksachen treffen wir in diesen Gräbern nur selten.
Vom Sanflusse angefangen, der, wie man aus den bisherigen prähistorischen Aus
grabungen vermuthen kann, in der vorgeschichtlichen Zeit eine Art ethnographische Grenze
gebildet hat, finden wir in ganz Ostgalizien hohe Erdaufschüttungen, sogenannte Kurganen.
Nicht alle sind jedoch Gräber, manche bestehen aus Asche, harten Thonschichten vermengt
mit Gefüßscherben und Küchenabfällen. So weit sich dies aus den bisherigen Forschungen
erkennen läßt, enthält die überwiegende Zahl der Kurgane Gräber aus späteren prähistorischen
Perioden. Neolithische Kurgane scheinen nur wenige vorhanden zu sein, und zwar vorzüglich
in der Gegend zwischen Przemysl und Lemberg. Auf dem am meisten gegen Osten gelegenen
Gebiete des Landes, von den Flüssen Bug und Strypa angefangen, gehören fast alle