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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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lohnte, an ihren Umgnß zn schreiten. Deshalb finden wir in den sogenannten Depot 
funden oftmals neben neuen Gegenständen alte, gebrochene, z. B. in Stefkowa, Balice, 
Krechow, oder Klumpen roher Bronze, z. B. in Prelipce, in Kamionka wielka re. Die 
Werkzeuge werden immer passender gestaltet. Anfangs ganz glatt gegossen, werden sie 
später oftmals mit einem gravirten Linear-Ornament in Zickzack, schief gegeneinander 
geneigten oder schneckenartigen Linien und verschiedenartig combinirten Voluten verziert. 
Mit der Zeit bekommen die Enden der Hand-, Arm- und Halsringe, sowie der Nadeln 
die Form von flachen, manchmal sehr reichen Spiralen. 
Obwohl die Hauptmasse der in Galizien gefundenen Bronze-Erzeugnisse die der 
ungarischen Bronzegrnppe eigenthümlichen charakteristischen Merkmale trägt und unzweifel 
haft von jenseits der Karpathen durch den Handel eingeführt worden ist, hat man doch in 
Galizien auch einige Bronze-Alterthümer von abweichendem Charakter gefunden, die 
offenbar aus anderen entlegenen Gegenden stammen. Hierher gehören die Bronzeschwerter, 
welche in Nieczajna und Jazlowicc gefunden wurden, sogenannte Antennenschwerter im 
Thpus der schweizerischen Bronzen, wahrscheinlich von Westen importirt. Auch gehören 
hierher sehr große Bronzeringe, welche, mit einer gravirten Linear-Ornamentik bedeckt, in 
Mittelgalizicn im Santhale zu Kanczuga und Sieniawa gefunden worden sind. Zu den 
fremden Denkmälern muß man ferner einen gegossenen Bronzereif in Form einer profilirten 
zackigen Krone mit Charnicr, welcher in Ostgalizien zu Zalesie am Zbrucz gefunden wurde, 
zählen (Abbildung S. 121, Mitte). Dieser Typus kommt jenseits der Karpathen oder in 
Mitteleuropa gar nicht vor, ist aber in der Gruppe der skandinavischen Bronzen wohlbekannt. 
Das in Galizien gefundene Exemplar wurde unzweifelhaft auch vom Norden hergebracht. 
Früheiscnperiode oder Hallstattzeit. Als die Bronzeperiode in Nordungarn 
und Galizien noch in voller Blüte stand, begann in den zwischen den Alpen und dem 
nördlichen Balkan gelegenen Ländern, welche von dem uns nicht näher bekannten illyrischen 
Stamme bewohnt waren, der Gebrauch und die Bearbeitung des Eisens bekannt zu werden 
und mit demselben eine neue Gattung von Erzeugnissen, welche ihre eigenen Formen, 
Ornamentationsweise und Technik, oder kurz gesagt einen eigenen Stil besaßen. Es ist 
dies der nach der Ortschaft Hallstatt in Oberösterreich benannte Stil, wo man am 
frühesten eine große Anzahl ähnlicher Denkmäler entdeckte. 
In Galizien hat man Bronzegefäße der Hallstattepoche an einigen Orten, überwiegend 
in dem östlichen Theile des Landes, wohin der wichtigste Handelsweg aus Ungarn führte, 
gefunden. So enthielt der Depotfund in Kunysowce am Dniesterflnsse sieben sphärische, 
kesselartige Gefäße zum Tragen, sogenannte sikuias in Gestalt verkehrt gestellter halbkugeliger 
Kegel. Zwei Tragreife sind mit dem Gefäße durch Öhren mit dvppelkreuzähnlichen Unter 
sätzen, die mit Nieten an dem oberen mit einem Streifen verzierten Rande befestigt sind,
	        
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