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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Galizien

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zum Vorschein. In Kamionka wiclka bei Kvlmnea hat man ein Urnenbrandgrab der Imllmrw- 
Zeit entdeckt, in welchem sich ein eisernes Schwert, charakteristisch gebogen, Lanzenspitze, 
Messer nnd Sporen befanden. Die Urne war mit einem charakteristisch zugespitzten eisernen 
Schildbnckel (Umbo), welcher ehemals in der Mitte des hölzernen Schildes zum Schutze 
des Handgriffes angebracht war, bedeckt. In Horodnica am Dniester, wo man eine große 
Menge prähistorischer Alterthümer fast aus allen Perioden vorfindet, hat man auch 
schöne Im Töne-Erzengnisse entdeckt, nämlich einen sogenannten Torqucs oder Halsring 
aus Bronze, eine große typische Gewandnadel, sogenannte Fibel aus Bronze mit dem 
charakteristischen zuriickgebogenen Fuß, ferner einen kleinen Schildbnckel ans Bronze, 
Sporen nnd Ziernadcl mit dem für diese Epoche charakteristischen durchbrochenen Ornament 
am Kopfe in Form eines Kreuzes mit gleichen Schenkeln. In Zielencze bei Trcmbowla 
fand sich eine ganze Sammlung von Armringen aus blauem, schnurartig gewundenem 
Glase vor, welche in der Im Mno-Zeit häufig waren und in jenen Gegenden sich noch in 
der nachfolgenden sogenannten römischen Epoche erhalten haben. An verschiedenen Stellen 
von Ostgalizien fanden sich ferner keltische Münzen vor, fast ohne Ausnahme barbarische 
Nachahmungen der Münzen Philipps I. Königs von Makedonien. 
Zn den Alterthümcrn der Im Dörw-Periode und Denkmälern der keltischen Cultnr 
auf dem Gebiete Galiziens gehört vielleicht auch der berühmte reiche, doch bis jetzt leider nicht 
wissenschaftlich pnblicirte Goldschatz (Eigenthum des Dzieduszhcki-Musenms in Lemberg), 
welcher bei einer Erdabrutschung am Ufer eines Baches zu Michalköw nahe dem Dniester 
im Jahre 1878 entdeckt wurde. Der Goldfund von Michalköw besteht aus einer großen 
Anzahl von Gegenständen, welche man in zwei Gruppen theilen kann. Die größere Gruppe, 
zu welcher der überwiegende Theil der Fundobjecte gehört, besitzt die der Im Teiro-Cultur 
und ihrem Stil eigenthümlichen Merkmale, doch nicht die jenes Stiles, welcher in 
Mitteleuropa oder Gallien herrschte, sondern die jener besonderen provinzialen vder localen 
Abart, welche sich in Pannonien in der Nähe der Donau unter dem Einflüsse der dort noch 
lebendigen Traditionen der sogenannten Hallstatteultur und der ihr verwandten etruskischen 
oder besser gesagt norditalischen Cultnr ansgebildet hatte. Zn dieser Gruppe gehören in 
dem Goldschätze von Michatköw vor Allem vier Gewandnadeln von dem Typus der 
sogenannten Bogcnfibel mit segelähnlicher Nadelkapsel. An zwei größeren von 12 bis 
13 Centimcter Durchmesser ist der Bogen mit eingereihten, eckigen, hohlen Gvldperlen 
verziert; sie sind den zwei Fibeln des zu Fokvrn in der Gegend von Pest gefundenen 
Goldschatzes sehr ähnlich. Zwei andere kleinere Fibeln des Goldschatzes von Michalköw 
weisen an dem Bogen statt der Perlen nur eine dem Halbmond oder einem Kahn ähnliche 
hohle Verzierung ans Goldblech ans nnd gehören zu jener Abart der Bogenfibeln, 
welche gewöhnlich Kahnfibeln genannt werden. Die segelähnlichen Nadelkapseln der
	        
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